Leserbriefe



Offener Brief an den Vorstand der Taxizentrale Stuttgart (mehrere Kollegen im Nov 98)
Kurze fahrten (Wilfried Martini)
Opposition (Bernd Hörmann)
Betr.: Suttgarter Taxi-Chef wirft das Handtuch (Lothar Fischer; St.Z. 11.02.98)
GV 1998 der Taxi-Auto-Zentrale-Stuttgart e.G.
So bereite ich mich gedanklich auf die Generalversammlung vor (Thomas Oehler)
Pietät (und die Reaktionen) (Michael P. Feucht)
Neid und Mißgunst (und die Reaktionen darauf) (Michael P. Feucht)
Taxiunternehmer im Zwiespalt (Bernd Hörmann)
Jürgen Rösner schreibt an die Taxi-Zentrale
Markus Kukrals Wurfblatt gegen Umwandlung der Genossenschaft in eine GmbH & CoKg
Reaktion auf das Wurfblatt
die Story von trojanischen Pferd bei der Taxigenossenschaft Stuttgart (Michael P. Feucht)
Dienstaufsichtsbeschwerde und die Reaktionen darauf (Alex. Bierig)
...und das Ergebnis
Gesprächsrunde Kristan und GmbH & Co. KG. Gegner am 17. Juni 98 (Bernd Hörmann)
Immobilien GmbH - doch nur um ans Vermögen zu kommen? (Alex. Bierig)


 



O f f e n e r   B r i e f
an den Vorstand der Taxi-Auto-Zentrale e.G., Stuttgart

15. November 1998

Nachdem die Umwandlung nun nicht mehr das Tagesgeschäft blockiert, wollen wir um die Beantwortung nachstehend formulierter Fragen bzw. um die Bearbeitung der angesprochenen Themen bitten:

Optimierung des Funkablaufs
Warum ist die Auftragsvermittlung mehrfach um einige Minuten verspätet im Fahrzeug, warum klagen Taxikunden darüber, dass keiner das Telefon in der Zentrale abnimmt und warum monieren Fahrgäste eine unfreundliche, kurz angebundene Behandlung am Telefon?
Wann erscheint endlich eine aktuelle Ausgabe der Funk- und Betriebsordnung? Auch eine aktualisierte Genossenschaftssatzung ist längst überfällig.
Warum entstehen Probleme mit der Funkvermittlung bei den Aufträgen "Taxiplatz anfahren"?
Wie werden Fehlfahrten verfolgt und was wird getan, um sie zu vermeiden?
Warum stehen Taxen oftmals nicht pünktlich zur vorbestellten Zeit bei den Abholadressen bereit, insbesondere in den frühen Morgenstunden? Weshalb wird hier zu Problemzeiten, bei besonderen Gebieten und bei schlechtem Wetter nicht einfach die Vorlaufzeit verlängert?
Marketing/Marktbeobachtung
Was wird unternommen in Sachen Verkauf der Leistung "Taxi", Aquisition bei Firmen, Fahrten zu Kuraufenthalten?
Welche Ergebnisse liegen zum Thema "Achertal-Ambulanz" vor, warum übernimmt diese Firma immer mehr Aufträge?
Warum wirbt die Taxi-Auto-Zentrale e.G. Stuttgart nicht mehr in Telefonzellen?
Wo wirbt die TAZ überhaupt noch für die Leistung "Taxi"?
Was tut der Vorstand gegen das Konkurrenzaufgebot von den verschiedensten Seiten?
Warum betreibt die Genossenschaft keine "Pro-Taxi-Politik", warum rangiert das Profitdenken vor dem genossenschaftlichen Gedanken?
Warum schafft es unsere TAZ nicht, positive Berichterstattung in den Medien zu placieren (Bericht z. B. über schlechtes Fahrpersonal!)? Hat man schon einmal z.B. über schlechte Küche oder unfreundliche Kellner vom Gaststättenverband gelesen?
Stimmt es, dass die TAZ von der Kassenärztlichen Vereinigung 10% Rechnungsgebühr kassiert und auf diese nicht verzichtet bzw. lieber einen niedrigen Abschluss hingenommen hat?
Transparenz
Warum fehlt eindeutig Transparenz durch Tätigkeitsberichte der einzelnen Organe, vor allem des Vorstandes und der Leitung der Funkzentrale, um der Bildung der wildesten Gerüchte entgegenzuwirken?
Wird für die Zukunft ein "Fahrplan" über die Aussichten der Funkzentrale in Kürze erarbeitet?
Zu welchem Zeitpunkt kommt zukünftige Technik (z.B. GPS, vollauto-matische Auftragsvermittlung) und werden die Genossen unterstützt bei ihrer Investitionsplanung und bei der Anschaffung von neuen Funkgeräten?
Welche Aufgaben hat der Vorstand in der Zeit von der Generalversammlung bis heute (11/98) in Angriff genommen?
Kosten-Nutzen-Verhältnis der Immobilien
Warum haben die Genossen keine generelle Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung in Händen?
Wie verhält sich die Höhe des gesamten Instandhaltungsaufwandes im Gegensatz zu den Mieteinnahmen?
Wäre es nicht wünschenswert, dem Taximagazin eine Arbeitsplatzbeschreibung unseres geschäftsführenden Vorstandes zu entnehmen und sich so eine übersicht über die Verwendung der Gehaltsaufwendungen von ca. DM 140.000,- p.a. verschaffen zu können?
Warum wird die Gewerbepolitik nicht in den eigens dafür gegründeten Verband verwiesen?
Gerechte Kostenverteilung
Warum besteht nicht eine eindeutig getrennte Buchhaltung zwischen der TAZ e.G. und dem Verband?
Warum beteiligen sich passive Mitglieder (ohne Taxi) nicht an den Verwaltungskosten durch eine monatliche Pauschale (vorstellbar 30 DM)? Im Funkbeitrag von DM 250,- sind doch sicher auch Verwaltungskosten beinhaltet?
Betriebsordnung
Warum wird der Einsatz der bereits bestehenden Kontrollmöglichkeiten nicht forciert?
Weshalb wurden die Kontrollausweise eingezogen, warum werden alle Kontrolleure zurückgerufen, wenn doch nur sehr wenige mit ihrer Aufgabe überfordert waren (einfach bessere Auswahl und Schulung der Kontrolleure)?
Was wird ersatzweise getan, um kundenunfreundliches oder unkollegiales Verhalten einiger weniger zu unterbinden?
Wichtige Erfahrungen
Warum üben Vorstandsmitglieder keine Fahrdiensttätigkeit wenigstens an drei bis vier Tagen im Monat aus, um sich vom "Geschehen am Platze" und von den äusserungen der Fahrgäste selbst ein Bild machen zu können?

Thomas OehlerRalph TaubenseeJürgen Hofmann
Tilly Bartholomäi-Bayer Werner Bayer


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Natürlich machen wir auch Kurzfahrten...
17.10.1996,9:20 Uhr Taxiplatz Schlauch(1). Zwei Taxen stehen im Schlauch, ein Kunde kommt vom ersten taxi zu mir. Die Tür geht auf, ich war nicht schnell genug um der Dame behilflich sein zu können. Bevor sie jedoch einstieg, beugte sie sich in den Innenraum und fragte: "Gell, Sie können 100,00 DM wechseln, wissen Sie, der Kollege vor Ihnen konnte es nicht, aber vielleicht war ihm auch nur die Fahrt zu kurz; es geht nämlich nur in die Wiederholdstrasse.(2)" Als ich neben ihm stand, wusste er schon, was ich ihn fragen würde, er hob nämlich voller Stolz seine Geldbörse hoch um mir zu zeigen, dass er tatsächlich nicht wechseln könne. Mit seinem treudoofen Dackelaugen wollte er wohl unausgesprochen sagen, dass es sich bei dieser kurzen Fahrt wohl um höhere Gewalt handeln würde. Auf die Idee, dem PbfG Genüge zu tun und seinerseits seinen einzugen 100-Markschein bei einem Kollegen zu wechseln kam er bei diers kurzen Fahrt nicht. Ich fuhr die Kundin zu ihrem Ziel und fragte mich im Stillen, ob der Kollege wohl ein Fall für Frau Michelberger(3) oder für das Sozialamt wäre, als mein Blick auf den Aufkleber auf meinem Amarturenbrett fiel:
Natürlich machen wir auch Kurzfahrten!
Ps: Der Kollege P.W. war einmal Aufsichtsratmitglied bei der Taxizentrale Stuttgart.
Gez: Wilfried Martini, Stuttgart 23.12.1997

für die nicht so Stuttgartkundigen:
(1) der Taxiplatz Schlauch ist neben dem Haupteingang des Hauptbahnhof Stuttgart, dabei stehen ca 20 Taxen in nur einer Reihe hintereinander - eben wie in einem Schlauch
(2)Wiederholdstrasse ist ca 1,5 km entfernt vom Schlauch
(3)die Frau Mcihelberger ist die Nachfolgerin von Herrn Hertenstein: Sie ist die Sachbearbeiterin beim Amt für öffentliche Ordnung, Strassenverkehrsgewerbe, Taxen für Taxikonzessionen.


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Opposition

lt. Brockhaus:

Gegensatz, Widerstand einer Gruppe, in der Regel eine Minderheit auf der Grundlage eines sachliche und nicht nur personalpolitisch begründeten Programms durchgeführt (konstruktive Opposition)

Nachdem nun am 17.12.1997 der zweite Anlauf zur Jahreshauptversammlung des Taxi- und Mietwagenverbandes Region Süddeutschland geklappt hat, stellt sich mir die Frage: "Was macht die Opposition?"
Von Herrn Kristan schon seit einiger Zeit als Schreckgespenst an die Wand gemalt und als AKUT-Gruppe ins Leben gerufen, suche ich sie vergebens. Natürlich gibt es einpaar Kollegen, die sich immer wieder in den Vordergrund stellen und sie sind uns allen bekannt. Manchmal frage ich mich allerdings, ob es hier wirklich um Politik oder Rachefeldzüge einzelner Personen geht.
Bei der Versammlung im Europe waren 77 Mitglieder anwesend und der Kleinkrieg zwischen Herrn Kristand auf der einen Seite und ein paar Kollegen auf der anderen Seite nahm seinen üblichen Lauf.
Ausserdem wurde im Vorfeld bereits Herr Martini als Gegenkandidat zu Herrn Kristan angekündigt, was einige Mitglieder der Opposition an den Ort des Geschehens rief.
Herr Kristan machte uns allen von vorneherein klar, dass der Verband ohne ihn an der Spitze keinerelei Unterstützung seitens der TAZ hat und so bekam Herr Martini es wohl mit der Angst zu tun und stellte sich nicht zur Wahl.
Ich persönlich bin der Meinung, dass sich Herr Kristan wegen einer Opposition, in der keine Gespräche untereinander und auch keine einheitliche Meinung über eine gemeinsame Vorgehensweise und damit die Zurückstellung aller persönlichen Gründe, keine grauen Haare wachsen lassen muss. Eine solche Opposition verdient nicht den Namen und trägt lediglich zur Belustigung der Gegenpartei und zum Unverständniss unter den neutralen Kollegen bei.
Bernd Hörmann, Stuttgart; 31.12.1997

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An
die Stuttgarter Zeitung -Lokalredaktion-
taxi-stuttgart.de
Betr.: Suttgarter Taxi-Chef wirft das Handtuch (St.Z. 11.02.98)

Suttgarter Taxiunternehmer und viele andere Personen die Peter Kristan kennen, haben ebenfalls eine Schmerzgrenze. Diese wurde in seiner Amtszeit durch sein Verhalten mehrfach nicht nur erreicht, sondern oftmals deutlich überschritten! In unguter Erinnerung ist hier z.B. sein peinlicher und beschämender Auftritt gegenüber Ex-Oberbürgermeister Rommel während einer Taxiveranstaltung.
Mit seinen zitierten Aussagen versucht er sich erneut vom Täter zum bemitleidenswerten Opfer zu stilisieren. Dabei ist gerichtsbekannt, dass sich nur unser derzeitiger Vorstand durch Kompetenzüberschreitungen, unkollegiales Benehmen und Beleidigungen hervorgetan hat. Dieses Verhalten hat uns als Beitragszahler unnötog zig-tausende Mark an Kosten verursacht. Viele Taxiunternehmer sind daher der Meinung, dass ein Vorstand der sich so präsentiert und hauptsächlich nur noch von der Vergangenheit spricht, keine Zukunft mehr haben sollte.
Deshalb raten wir Peter Kristan seinen Rücktritt nicht wieder nur anzukündigen um einen höherbezahlten Dienstvertrag zu erpressen, sondern endlich auch tatsächlich zu gehen. Dies wäre die Vorraussetzung für einen Neuanfang im Stuttgarter Taxigewerbe den sich mit dem Vorsitzenden Peter Göhner auch sehr viele Taxiunternehmen samt Personal wünschen.
Lothar Fischer, Stuttgart, den 13.02.98
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GV 1998 der Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart e.G.
So bereite ich mich gedanklich auf die Generalversammlung vor
Liebe Kolleginnen und Kollegen, Mitgenossen!

Mitbestimmung bei der kommenden Generalversammlung ist wichtig, das propagiert unser Vorstandsvorsitzender Peter Kristan immer wieder, aber er vergisst dabei, dass der sogenannten Demokratie eine freie Meinungsbildung vorausgeht. Die Meinung wird nicht durch das Organ der TAZ, das zum grössten Teil - dies wurde auch durch einen Richter am Landgericht (bei der Hainlin-Geschichte) festgestellt - einseitig berichtet und eindeutig zur Stimmungsmache, teils aus persönlichen Personenrivalitäten, teils zur Machterlangung bzw. Machterhalt beeinflusst. Diese Zeilen sollen nicht beeinflussen, sie sind bestrebt, beide Seiten der Medaille zu beleuchten. Auf der Generalversammlung kommt es auf jede selbst gebildete Meinung an.


A.Wie geht es weiter mit unserer Genossenschaft?

Steht ein dritter Anlauf ins Haus, der die Umwandlung in eine GmbH & Co. KG fordert? Welche Nachteile können auf den einzelnen Genossen zukommen? Welche Vorteile sind zu erwarten? Warum gibt es Genossen, die die Umwandlung befürworten? Welche Alternativen gibt es, welche Möglichkeiten gibt es ausser der Umwandlung, in denen die Ziele der Genossen verwirklicht werden können? Laut Satzung 31 (3) sind für eine Umwandlung 9/10tel der Stim-men erforderlich. Ist eine so grosse Mehrheit jemals zu erreichen? Mit einer 75%-Mehrheit könnte neben der e.G. eine GmbH zur Vorbereitung der GmbH & Co. KG gegründet werden, die bei Nichterreichen von 90% sinnlos wäre. Frage: Glaube ich, dass jemals 90% aller Genossen für die Umwandlung stimmen werden? Die Prozentzahl der Befürworter ist von der ersten Meinungsbildung zur zweiten Abstimmung nach Beknetung der Seelen durch Rechtsanwalt und anderen sogar gesunken!

B. Vorstandswahlen

Turnusgemäss steht Dietmar Plag zur Wahl. Ausserordentliche Wahl: Peter Kristan ist als Geschäftsführer zurück-getreten und verliert satzungsgemäss dadurch auch sein Amt als Vorstandsmitglied. Frage: Möchte ich Dietmar Plag wieder in den Vorstand wählen? Peter Kristan ist zurückgetreten. Es ist damit zu rechnen, dass er seine Person in die Waagschale wirft und seine Wiederkandidatur vom kollektiven Rücktritt des Aufsichtsrates abhängig macht. Frage: Ist die Generalversammlung erpressbar, kann Kristan sein Kontrollorgan mit aussuchen? Der Aufsichtsrat ist kurz- und mittelfristig die einige Möglichkeit, die Arbeit der Vorstandschaft zu kontrollieren. Peter Göhner, zur Zeit Aufsichtsratsvorsitzender, laut Stuttgarter Zeitung als Vorstandskandidat angekündigt. Welche Qualitäten hat Peter Göhner? Kenne ich Peter Göhner? Ansprechen im Taxi 397! Wahl des geschäftsführenden Vorstandes aus den drei Vorstandsmitgliedern? Momentan noch eine Gleichung mit 2 Unbekannten! Derzeit bekannte Möglichkeit: Klaus Knupfer kann gewählt werden. Kann ich mir Knuper als TAZ-Chef vorstellen? Er kennt sich aus, ist schon lange da? Welche Qualitäten hat Klaus Knupfer? Kann die äusserst wichtige Leitung der Funkzentrale wieder durch ein Vorstandsmitglied besetzt werden? Zum Beispiel mit Knupfer? Muss ein "aktives", Taxifahrendes Genossenschaftsmitglied Angst haben vor einer übermacht an Stimmen aus dem Rentnerlager? Bei der letzten Generalversammlung stellten die Mitglieder, die eigentlich nichts mehr zu sagen haben, über ein Viertel der Stimmen! Warum dürfen Leute, die raus aus dem Geschäft sind, noch über gewerbliche Tätigkeit, über unsere Tagesarbeit und unsere Zukunft mitbestimmen?

C. Aufsichtsratswahlen

Rudi Karl, Taxi 636 und Karl-Heinz Schmid stehen zur Wiederwahl als Aufsichtsrat. Frage: Haben diese Kollegen unsere Interessen vertreten? Wie alt ist ein Kandidat? Ist der Kollege betriebsblind? Ist dieser Kollege in seiner Meinungsbildung eigenständig oder ist er der Vorstandschaft hörig? Habe ich einen Aufsichtsratskandidaten, den ich vorschlagen kann?

D.Abwägung der Person Peter Kristan

Peter Kristan, der sich vermutlich wieder als Vorstandskandidat aufstellen lässt und die Geschäftsführung beanspruchen wird: Pro! Was hat Kristan erreicht? Kontra: Kein aktiver Taxiunternehmer! Vorgehensweise umstritten! Gesundheit fraglich? Reelle Ziele? Was hat Kristan verbockt? Ist Kristan sein Geld wert? (Kostet uns nahezu 200.000 DM pro Jahr, mehr als 1 Monats-Gesamt-UKB im Jahr als Vorstandsvorsitzenden-Gehalt! Und er will noch mehr? Ein Zitat, das ich aufgeschnappt habe: "Die werden noch bluten...")

E. übertragbarkeit von Genossenschaftsanteilen

Peter Göhner, vielleicht auch andere, legen vermutlich an der Generalversammlung einen Entwurf zur Satzungsänderung vor, der wahrscheinlich wie folgt aussehen wird:
Gibt ein Genossenschaftsmitglied seinen Taxibetrieb auf, kann er gegen eine Abstandszahlung seinen Genossenschaftsanteil auf den Nachfolger übertragen.

Bisher:
Altunternehmer geht leer aus, ausser 1000 DM Genossenschaftsanteil, Genossenschaft erhält 9.000 DM Eintrittsgeld und 1000 DM Genossenschaftsanteil.

Möglich:
Altunternehmer erhält 6.000 DM Abstand, der verhandelbar ist, Altunternehmer erhält 1.000 DM Geschäftsanteil, Genossenschaft erhält 3.000 DM Vergütung.

Das wäre eine Alternative zur Umwandlung in eine GmbH & Co. KG. Die Umwandlung würde die Genossenschaft Unsummen kosten, die den UKB nicht gerade entlasten würden. Peter Kristan hat die Genossenschaftsimmobilien offensichtlich bewertet, ist aber zu keiner greifbaren Summe gekommen. In verschiedenen Ansprachen und Meldungen im Taxi-Magazin (bitte selbst nachlesen in älteren Heften) spricht Kristan einmal von 6.000 DM, mal von Zehn- bis elftausend Mark, und zuletzt sogar von 16.000 DM, die einem ausscheidenden Mitglied zustehen könnten.
Wir müssen uns fragen, ob die Genossenschaft einen Kapitalabfluss beim Austritt von z.B. 40 seit langem passiven Mitgliedern (640.000 DM) nicht in sich zusammenbrechen würde! Jeder sollte sich un fragen: Will ich eine direkte Beteiligung an der Genossenschaft oder nur einen Nutzen, wenn ich mich zur Ruhe setze? Kann ich einiggehen mit der Satzungsänderung nach dem Muster Peter Göhners?

F. Umwandlung

Wenn auch eine Umwandlung in eine GmbH & Co. KG sehr unwahrscheinlich ist, sollte sich ein Befürworter fragen: Wie sieht es haftungsrechtlich aus? In der Genossenschaft hafte ich mit meinem Anteil und darüber hinaus nochmals in Höhe meines Anteils. Im schlimmsten Fall habe ich 2000 DM verloren. Wie hoch hafte ich als Kommanditist in einer GmbH & Co. KG? Hat mir Peter Kristan darüber schon mal eine glaubhafte und erschöpfende Auskunft gegeben? Warum wollte Peter Kristan die Umwandlung? Wollte er wirklich aus uns Miteigentümer statt Mitglieder machen oder sollten wir Kapitalgeber werden? Wie gross wäre die Macht Peter Kristans über "unser" Kapital und warum wollte er alles, was letztendlich noch mit der Taxibranche zu tun hatte, abspalten und mit einem neuen Leitungsgremium versehen? Warum wollte er Abhängigkeiten schaffen zwischen Taxi und Kapital?

G. Die Zukunft der Branche

Frage: Gehe ich zur Generalversammlung, um das Theater, das mehr als einmal unter die Gürtellinie ging, zu ertragen und endlose Personaldiskussionen zwischen den Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern anzuhören? Macht es mir Spass, zu sehen, wie der Vorstand viel Energie und Geld durch ungeeignete Planungen in ungewisse Hotelprojekte und Parkhausideen fehlinvestiert? Sehe ich zu, wie die Taxizentrale sich gegen ständige Prozesserhebungen und Androhungen wehren muss? - O d e r - bevorzuge ich einen Kandidaten, der sich anstatt für Kapitalverwaltung und -vermehrung auch nebenbei fürs Taxigewerbe interessiert, sich einen Marketingplan und eine Vorgehensweise zurechtlegt, den er auch plausibel im Taximagazin zum Interesse der Mitglieder darstellen und vermitteln kann?
Will ich eine Führung in der Karlsbader Strasse, die die eigenen Preise durch einen neuen Kurierdienst unterbietet und damit nur unmerklich Neugeschäfte an Land zieht, die unglaubliche Abwande-rungen von (Auswärts-) Krankenfahrten in Kurorte an das DRK und andere Rettungsdienste einfach ignoriert und beweisbare Gesetzesverstösse eines Baden-Badener Mietwagenunternehmers nicht weiterverfolgt? - O d e r möchte ich eine Vorstandschaft, die Verkaufsgespräche mit unseren Kunden (Firmen, Krankenhäuser, Krankenkassen) führt und diese vom sinnvollen und kostengünstigen Einsatz eines Taxis überzeugt und die die rechtliche Grundlage von Mietwagenunternehmen überprüft und diese soweit erforderlich, gerichtlich in ihre Schranken verweist?
Möchte ich eine Vorstandschaft, die auf der ersten Seite der Zeitung mit Prominenten abgebildet ist und damit herumprahlt? - O d e r möchte ich Gewerbevertreter, die mit Verbänden und vor allem mit der Stuttgarter Stadtverwaltung konstruktiv zusammenarbeitet und den täglichen Taxiablauf optimiert?
Möchte ich Berichte lesen, dass das Genossenschaftsgeld in Projekte wie GPS investiert werden, dass wir die allermodernste Zentrale haben? Möchte ich hören dass wir (wahrscheinlich unerwünschte) Dienstleistungen anbieten werden (Nachtvermittlung für Göppingen, Winnenden, kleine Orte in Norddeutschland), dass wir Kühlhausüberwachungen anbieten, die mutmasslich höhere Kosten als Erträge verursachen werden? - O d e r möchte ich eine Vorstandschaft, die sachkundig weiss, dass in Berlin längst (seit über 2 Jahren) per GPS die Aufträge an Taxen vermittelt werden? Möchte ich eine Leitung der Funkzentrale, die sich in der Sonne des Erreichten aalt oder möchte ich Leute, die aufmerksam zuhören, wenn andere Zentralen Neuerungen vorstellen?
Möchte ich eine Zentrale, dessen Kapazität das zehnfache der Aufträge bewältigen kann oder möchte ich eine kosten- und bedarfsgerechte Taxivermittlung, die nicht unnötig hohe UKB-Zahlungen verursacht, sondern angemessene Beiträge?
Wer glaubt, der UKB in Stuttgart sei niedrig, der hole sich in der Zentrale den Taxikalender undvergleiche mit anderen Zentralen, die unseren Zahlen in etwa entsprechen und er wird erstaunt sein!
Wenn ich mir über diese Sachen im Klaren bin, gehe ich zur Generalversammlung und stimme ruhigen Gewissens ab, ohne mich von emotionalen Reden und rührenden Gefühlsausbrüchen beeinflussen zu lassen. Bin ich ein mündiger Genosse und kann ich mir meine eigene Meinung bilden? Oder lasse ich mir (Schreiben Kristan 3. 3. 98) den Mund verbieten "...raten dringend davon ab, sich am Taxiplatz zu informieren!"?

Thomas Oehler 18.03.98
Handelsfachwirt (IHK)
taxi-oehler@t-online.de

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Neid und Mißgunst
Ein Kommentar zur Situation im Gewerbe
"Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muß man sich erarbeiten!"
Diese Volksweisheit war nie zutreffender als in unserer heutigen Gesellschaft, und vor allem: Sie ist bedauerlicherweise nirgends zutreffender als in unserem Gewerbe. Anlaß für diese Feststellung gab mir dieses mal das Schreiben einer Kollegin, das im Taxi-Magazin 10/97 abgedruckt war. In diesem beschwert sie sich, unter Mißachtung jeglichen Datenschutzes (und auch jeglicher Rechtschreibregeln, aber das ist hier unwichtig), jeweils bei voller Namensnennung von Fahrgästen (diese haben sich bestimmt schon immer einmal gewünscht, daß ihre Adresse mit einer Auflage von 3100 Stück verbreitet wird) und beteiligten Personen, über eine Kollegin, die sich mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf einer Station des Stuttgarter Marienhospitals einen guten Ruf geschaffen hat. Aber warum muß man hier dann gleich seinem Neid Ausdruck verleihen? Da werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um diesem "üblen Treiben" Einhalt zu gewähren, ja sogar die Legalität wird in Frage gestellt. Vielleicht schaffen Sie es ja, werte Kollegin, daß unsere Kollegin für diese Station in Zukunft nicht mehr fahren wird. Und wenn wir dann künftig beobachten können, wie aus dem Marienhospital auswärtige Taxen oder Mietwagen Fahrgäste abholen, weil die Verwaltung keine Lust auf "Taxameterkleinkriege" hatte, dann können Sie mit stolzgeschwellter Brust feststellen: Das ist jetzt mein Verdienst!
Statt dessen könnte man aber auch feststellen, daß wir doch selber Unternehmer sind, und das mit all seinen Pflichten und natürlich auch Rechten, die diese Unternehmertätigkeit mit sich bringt. Jeder von uns hat also die Möglichkeit, Kunden an sich zu binden. Und am besten erreicht man das in unserem Gewerbe, da es über den Preis nicht funktionieren kann und darf, durch Freundlichkeit und Kundenservice, der den eigentlichen Begriff der Dienstleistung ausmacht.
So werden auch bei zwei konkurrierenden und gegenüberliegenden Betrieben die Kunden nicht gleichmäßig aufgeteilt, einer links und einer rechts, sondern jeder der Betriebe muß versuchen, die Kunden in irgendeiner Form zu binden. Darüber hinaus wundert es mich nicht, wenn verschiedene Personen oder Einrichtungen für ihre Fahraufträge bestimmte Taxiunternehmen, mit denen sie positive Erfahrungen gemacht haben, heranziehen. Solange bei mir immer noch Fahrgäste einsteigen und sich für die Kürze der Fahrtstrecke entschuldigen, weiß ich, daß wir in puncto Service und Kundenfreundlichkeit einen großen Nachholbedarf haben. Viele Kolleginnen und Kollegen haben das mittlerweile erkannt, aber es gibt eben überall schwarze Schafe. Aber für den grund- und sinnlosen Neid in unserem Gewerbe gibt es noch eine ganze Reihe von Beispielen, deren Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde. Nur ein paar Beispiele, die immer wieder verdeutlichen, daß man nichts unversucht läßt, um seinen Konkurrenten zu übervorteilen, und wenn es nur nach dem Motto abläuft, hauptsache er bekommt kein größeres Stück vom Kuchen als ich. Da werden Kollegen, kurz vor einem Taxiplatz von Kollegen überholt, die eben einfach über ein schnelleres Fahrzeug verfügen, oder sich einen Dreck um bestehende Straßenverkehrsordnungen scheren. Einen ganz besonders interessanten Fall konnte ich neulich am Taxiplatz Degerloch beobachten: Ein Fahrgast fragte den ersten Kollegen, nach dem Preis für eine weitere Fahrtstrecke. Sofort gesellte sich der Zweite hinzu, und brachte -taktisch gelungen- ein wenig Leben in die Verhandlung, indem er den vom Ersten geforderten Preis um DM 10,-- unterbot. Darauf ging der Erste dann noch um weitere DM 10,-- herunter. Letzten Endes unterboten sich dann die beiden Kollegen gegenseitig und gaben ein Bild ab, das an Lächerlichkeit kaum noch zu überbieten war. Der Fahrgast, sichtlich genervt von dem Treiben, kam dann zu mir, und bezahlte am Ende der Fahrt exakt den Fahrpreis, der auf der Uhr stand, und von dem er nur grob wissen wollte, wie hoch er sein würde. Selbstverständlich bin ich keinem der beiden Streithähne böse (wenn ich mich auch frage, ob man solche Aufstände unbedingt vor Fahrgästen proben sollte), haben sie mir doch durch ihr Verhalten zu einer recht einträglichen Fahrt verholfen. Aber betrachten wir es einmal nüchtern: Warum konnte der Zweite den Ersten nicht einfach in Ruhe mit dem Fahrgast verhandeln lassen? Ist das wieder nur Futterneid? Hätte er ihn einfach fahren lassen, so wäre er am Taxiplatz zumindest eine Position nach vorne gerückt. So aber hatte keiner von beiden etwas von dieser Fahrt.
Ein namhafter Autovermieter hatte kürzlich einen Jaguar im Programm, den er mit den Worten "Neid und Mißgunst für DM 299,-- am Wochenende" anpries. Ein in meinen Augen gelungener Werbegag. Was sich aber in unserem Gewerbe abspielt ist schon für deutlich weniger Bares zu bekommen.
Warum können wir nicht versuchen, uns wie Kollegen zu verhalten, wenn wir uns schon als solche bezeichnen? Oder hat der Modetrend des Mobbing auch schon bei uns Einzug gehalten? Sicher, die Zeiten waren schon besser, und die Stunden, die heute ein Taxifahrer hinter dem Steuer verbringen muss, um seine Familie ernähren zu können, waren auch schon weniger. Warum machen wir uns dabei aber dann das Leben noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Durch Unzufriedenheit mit sich selbst, Gejammer vor Fahrgästen und neidvolle Blicke auf Kollegen hat bislang noch niemand einen einzigen Kunden dazugewonnen. Im Gegenteil! Was also soll der neidische Blick auf die Kollegen? Warum werden diese Neider nicht aktiv, wenn auswärtige Fahrzeuge "in unserem Revier wildern"? Ist das etwa zu aufwendig? Ist es nicht viel einfacher irgendwelche Kollegen, die man namentlich kennt in Mißkredit zu bringen? Tagtäglich kann man an den Stuttgarter Schulen Taxen mit Böblinger Kennzeichen sehen, die Schüler befördern. Und das eben nicht, wie viele Kollegen meinen, in den Landkreis Böblingen hinein, nein, mit diesen Fahrzeugen werden auch Stuttgarter Kinder befördert. Warum wird hier niemand aktiv? Warum werden viele Krankenfahrten, die eigentlich als Sitzendtransporte von uns ausgeführt werden sollten, von Hilfsorganisationen oder privaten Anbietern gefahren? Aber da fragt seltsamerweise niemand nach der Legalität. Wenn man schon neidisch werden möchte, dann doch bitte auf diese Fälle, die uns wirklich Arbeit und damit auch Geld wegnehmen. Und für diejenigen, die heute immer noch neidisch zu den Kollegen schauen, die eine größere Fahrt bekommen: Jeder Kollege, der mit Fahrgästen unterwegs ist, kann zwangsläufig auch am Taxiplatz nicht vor Ihnen stehen. Und wie beim Roulette, wo es langfristig auch keine Zahl gibt, die besonders häufig vorkommt, sind morgen vielleicht schon Sie mit einer "grossen" Fahrt dran.
Michael Feucht, Stuttgart
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Pietät und Umwandlung

Am 08.01.1998 fand die Beerdigung unserer ermordeten Heilbronner Kollegin in Oedheim auf dem Hauptfriedhof statt. über 100 Stuttgarter Kolleginnen und Kollegen trafen sich mit ihren Taxis auf dem Canstatter Wasengelände, um ihrer Anteilnahme und Betroffenheit an diesem sinnlosen Mord mit einem Taxikonvoi nach Oedheim Ausdruck zu verleihen.
Während die Fahrzeuge noch mit Trauerflor ausgestattet wurden, und in den meisten Kollegen die Erschütterung ob dieses grausamen Verbrechens noch tief steckte, nutzte ein Kollege (Name und Ordnungsnummer wird hier aus Datenschutzgründen nicht angegeben, er darf sich aber angesprochen fühlen) die Wartezeit für seine politischen Aktivitäten: Er sammelte, wie mir von verschiedenen Seiten berichtet wurde, bei den Wartenden Unterschriften für eine Wiederaufnahme der Bemühungen um die Umwandlung unserer Genossenschaft in eine GmbH & Co. KG.
Nun kann man zu einer Umwandlung stehen wie man will, und ich möchte an dieser Stelle auch keine Bewertung einer solchen vornehmen, aber dieses Verhalten ist in meinen Augen an Pietät- und Niveaulosigkeit nicht mehr zu überbieten.
Bei allen Bemühungen weiss ich bis heute nicht, was in dem Kopf von besagtem Kollegen vorgegangen ist, ob es jetzt reine Profilierungssucht war oder ein zwanghaftes Handeln bei der Anzahl anwesender Kolleginnen und Kollegen, oder etwas ganz anderes, aber ich weiss, dass jeder, der versucht hat mit seiner Teilnahme an dem Trauerkonvoi eine Solidarität mit unserer toten Kollegin zu bekunden, wie auch ich, dieses Vorgehen aufs schärfste verurteilt.

Ich auf jeden Fall schäme mich für den besagten Kollegen und hoffe, dass sich ein derartiger Vorfall niemals wiederholen wird.
Michael P. Feucht Taxi 727; 28.01.98

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Thema verfehlt - Kollege Feucht
Kommentar unseres geschäftsführenden Vorstands auf meinen Beitrag
Neid und Mißgunst
Nicht Neid und Mißgunst war der Anlaß für das Schreiben von Carmen Fischer, sondern das unseres Erachtens nicht korrekte Verhalten einer Mitarbeiterin der Abteilung M 8 des Stuttgarter Marienhospitals. Denn auch wenn diese Schwester die Meinung vertritt, nur noch eine einzige Stuttgarter Taxiunternehmerin wäre in der Lage Sitzendpatienten über längere Fahrstrecken bei Verlegungen in Reha-Kliniken höflich, freundlich und hilfsbereit zu befördern, und deshalb diese Fahrten immer nur derselben Taxiunternehmerin zukommen läßt, so kann sie dabei nicht soweit gehen, daß sie sich über die Beförderungswünsche der Patienten rigoros hinwegsetzt. Laut PBefG hat der Fahrgast bei Taxifahrten das Recht, sich sein Fahrzeug auszusuchen, d.h. er muß auch an Taxiplätzen nicht unbedingt in das erste Fahrzeug einsteigen, sondern kann sich sein Fahrzeug selbst auswählen. Der Taxifahrer hingegen unterliegt der Beförderungspflicht und ist verpflichtet, dem Wunsch des Fahrgastes nachzukommen. Im vorliegenden Fall war die Fahrt bereits angetreten, da die Tochter der Patientin das Taxi in Degerloch orderte und anschließend nach Abholung ihrer Mutter im Marienhospital in eine Reha-Klinik mit Kollegin Carmen Fischer fahren wollte. Im Marienhospital wurde der Tochter aber von der Schwester der Station M 8 (Name der Red. bekannt) mitgeteilt, daß die Verlegungsfahrt in die Reha-Klinik nur mit der von der Station M bevorzugten Stuttgarter Taxiunternehmerin durchgeführt werden darf. Derartige Praktiken dieser Schwester haben auch schon in der Vergangenheit für sehr viel Ärger bei Stuttgarter Taxifahrern gesorgt. Schließlich haben wir am Marienhospital einen eigenen Taxiplatz. Fahrer, die sich dort bereitstellen und auf Fahrgäste des Krankenhauses warten, sind nach Ansicht dieser Schwester nur für Kurzfahrten geeignet. Bei längeren und lukrativen Fahrten aber, über die sich auch andere Kollegen freuen würden, geht die Bestellung nicht über die Taxizentrale, sondern über Handy oder direkt zuhause, vermutlich schon am Vortag, bei einer einzigen Stuttgarter Taxiunternehmerin ein.
Natürlich ist es rechtlich nicht zu beanstanden, wenn ein Kunde sich seinen Taxifahrer aussucht, weil er mit dem Service dieses Kollegen besonders zufrieden ist. Im vorliegenden Fall jedoch ist der Kunde nicht die Schwester des Marienhospitals sondern die zu befördernde Patientin. Die Kosten für die Verlegungsfahrt werden auch nicht von dieser Schwester oder vom Marienhospital übernommen, sondern von der Krankenkasse, bei der die Patientin versichert ist. Deshalb betrachten wir es als Unverschämtheit und Anmaßung, wenn diese Schwester ein bereits vom Kunden bestelltes Taxi wieder wegschickt und die Fahrt - aus welchen Gründen auch immer - einer anderen Unternehmerin zuschiebt. Sollte diese Praxis von der Leitung des Marienhospitals weiterhin toleriert werden, werden wir uns deshalb notfalls an die zuständigen Krankenkassen wenden. Diese, und nicht die Schwester der Station M 8, sind die Vertragspartner des Taxigewerbes und kommen für die Kosten der Krankentransporte ihrer Versicherten auf.
Aufgrund von Gesprächen, die ich in Vergangenheit mit Verantwortlichen der Kassen geführt habe, weiß ich, daß derartige Praktiken und Bevorzugung einzelner Unternehmer bei ihnen keine Zustimmung finden. Nachdem die Bevorzugung einzelner Taxiunternehmer bei längeren Fahrten nicht nur im Marienhospital, sondern auch in anderen Krankenhäusern und Kliniken beobachtet wurde, natürlich immer nur von einzelnen Beschäftigten in diesen Krankenhäusern, habe ich bereits vor längerer Zeit mich in einem entsprechenden Schreiben an alle Krankenhäuser und Kassen gewandt mit der Bitte, diese Bevorzugung Einzelner und Benachteiligung der anderen Kollegen abzustellen.
Sowohl die Krankenkassen als auch die Leitungen sämtlicher Krankenhäuser teilten mir mit, daß sie selbstverständlich derartige Praktiken nicht dulden würden. Trotzdem ist es bis zum heutigen Tage nicht gelungen, diesen Mißstand ganz abzustellen. Meist ist es dem Personal der Krankenhäuser sehr schwer nachzuweisen, daß die Motive für die Bevorzugung einzelner Unternehmer nicht korrekt sind.
Der von der Schwester im Marienhospital genannte Grund für die Bevorzugung einer einzelnen Unternehmerin bei längeren Fahrten ist jedoch für mich sehr leicht zu widerlegen. Natürlich lieber Kollege Feucht ist auch mir bekannt, daß es unter den rund 2000 Taxifahrerinner und Fahrern ein paar schwarze Schafe gibt, die offenbar nicht wissen, daß Taxifahren ein Dienstleistungsberuf ist und sich nicht entsprechend verhalten und ich deshalb auch Beschwerden seitens unzufriedener Fahrgäste bekomme. Aber in den 10 Jahren meiner Tätigkeit als Vorstand der Taxi-Zentrale Stuttgart habe ich noch keine einzige Beschwerde von einem Patienten eines Stuttgarter Krankenhauses erhalten, der mit einem Taxi in eine Reha-Klinik befördert wurde. Deshalb sind meines Erachtens nicht nur eine, sondern alle Stuttgarter Taxifahrerinnen und -fahrer durchaus in der Lage, die Patienten der Station M 8 in eine Reha-Klinik hilfsbereit, freundlich und höflich zu befördern.
Obwohl die Zeiten im Taxigewerbe nicht gerade rosig sind und es legal und verständlich ist, wenn jeder versucht, sich aus dem Kuchen ein besonders großes Stück herauszuschneiden, war es meines Erachtens nicht gerade kollegial, mit Unterstützung einer Beschäftigten des Marienhospitals einer Kollegin die bereits angetretene Fahrt wieder wegzunehmen.
Deshalb, lieber Kollege Feucht, kann ich im Gegensatz zu Dir den Ärger und Frust, mit dem sich Carmen Fischer in ihrem Leserbrief Luft verschaffte, durchaus verstehen. Neid und Mißgunst hat dieses Schreiben nicht zum Ausdruck gebracht, sondern für mich verständlichen Ärger über das unkorrekte Verhalten einer Schwester und die Unkollegialität einer Kollegin.
Natürlich betrachte ich es ebenso als unkollegial, wenn kurz vor Taxiplätzen versucht wird, oft auch unter Mißachtung der StVO, einen Kollegen zu überholen, nur weil man über ein schnelleres Fahrzeug verfügt, oder sich in Preisverhandlungen eines Kollegen mit einem Fahrgast einzumischen. Mit etwas mehr Kollegialität könnte auch das Ärgernis Marienhospital sehr schnell behoben werden. Die von dieser Schwester bevorzugte Unternehmerin bräuchte nur zukünftig bei Taxibestellungen für Fahrten in Reha-Kliniken auf die Telefon-Nummer der Taxizentrale verweisen. Du kannst sicher sein, daß bei uns kein einzelner Kollege, sondern immer der Erste am Taxiplatz in den Genuß dieser längeren Fahrt kommen würde. Natürlich ist nicht nur Dir sondern auch mir das illegale Treiben mancher privater Anbieter aber auch von Hilfsorganisationen bei der Personenbeförderung gegen Entgelt ein Dorn im Auge. Wir haben deshalb auch - leider vergeblich - z.B. bereits mehrmals Gespräche mit den Verantwortlichen des Bürgerhospitals geführt. Deshalb habe ich mich schon vor längerer Zeit an den für die Stuttgarter Krankenhäuser zuständigen Bürgermeister Dr. Blessing gewandt, mit der Bitte, hier Abhilfe zu schaffen. Obwohl Dr. Blessing sich diesem Problem durchaus aufgeschlossen zeigte und mir versprach, im Falle eines nachgewiesenen Verstosses gegen das PBefG einzuschreiten, waren meine Bemühungen erfolglos. Bürgermeister Dr. Blessing teilte mir nach seinen Recherchen in dieser Angelegenheit mit, daß sich dieses Unternehmen korrekt nach den Vorschriften des PBefG verhalte.
Nun frage ich Dich, lieber Kollege Feucht, was nützt es, wenn Kollege Hainlin bei jeder Versammlung große Reden hält und kritisiert, ich würde nichts gegen das illegale Treiben eines bestimmten privaten Krankenbeförderers unternehmen, wenn er bis zum heutigen Tage keinen einzigen stichhaltigen Beweis vorlegen konnte, obwohl ich ihm angeboten habe, seinen Zeitaufwand, den er für seine Recherchen benötigt, finanziell zu erstatten. Ja ich habe sogar angeboten, als Unterstützung dafür noch einen zweiten Kollegen zu engagieren und zu bezahlen. Leider hat er bis zum heutigen Tage von meinem Angebot keinen Gebrauch gemacht und mir die nötigen Beweise für eine gerichtliche Auseinandersetzung mit diesem Unternehmer vorgelegt. Natürlich ist es bei Kollegen auf Taxiplätzen und Versammlungen sehr eindrucksvoll, sich durch große Reden und leere Versprechungen zu produzieren und mein angebliches Versagen in dieser Angelegenheit an den Pranger zu stellen. Doch ohne Beweise werde ich weder im Stuttgarter Rathaus noch bei Gerichten das geringste erreichen können. Wie Dir beim aufmerksamen Lesen des Stuttgarter Taximagazin nicht entgangen sein wird, liegt mir auch das Problem Schülerbeförderung am Herzen. Dem Schreiben von Verkehrsminister Hermann Schaufler MdL kannst Du entnehmen, daß schon in Kürze aufgrund eines Antrages des Baden-Württembergischen Ministeriums für Umwelt und Verkehr eine eingehende Erörterung im Bundesministerium für Verkehr und im zuständigen Bund-Länder-Fachausschuß (BLFA) über die Problematik der freigestellten Verkehre stattfinden wird. Dazu sollen auch die Taxiverbände eingeladen werden. Daß ich mit meinem Schreiben betreffs der Freistellungsverordnung im PBefG, der auch die Schülerbeförderungen unterliegen, die m.E auch ein Sicherheitsrisiko für die beförderten Kinder darstellt, auch im Bundesministerium für Verkehr auf offene Ohren gestoßen bin, konntest Du dem Schreiben von Staatssekretär Hans-Jochen Henke entnehmen, welches wir in der letzten Ausgabe des Taximagazins veröffentlicht haben. Diese Freistellungsverordnung wird sicherlich auch bei der Podiumsdiskussion am Europäischen Taxitag am 3. April ein wichtiges Thema sein.
Lieber Kollege Feucht, auch wenn ich Deine Meinung zum Leserbrief von Carmen Fischer nicht teilen kann, so stimme ich Dir voll und ganz zu, daß wir alle mit mehr Kollegialität und einem Miteinander statt Gegeneinander trotz harter Zeiten viel besser über die Runden kommen würden. Denn sehr viel Ärger und auch Streß kommt nicht von außen, sondern aus dem Taxigewerbe selbst.
Peter Kristan
(Quelle: Taxi-Magazin Stuttgart, Ausg. 03/98)

leserbriefe


Nach diesem, in meinen Augen doch recht persönlichen, Angriff, erhielt Peter Kristan von mir nachfolgendes Fax:

Lieber Kollege Kristan,
mit großer Verwunderung habe ich Ihren, im Anschluß an mein Schreiben "Neid und Mißgunst" im Taxi-Magazin März/98 abgedruckten, Kommentar zur Kenntnis genommen.
Haben Sie den Sinn meines Artikels nicht verstanden? Wie ich Ihnen bereits telefonisch erläuterte war es nicht der Sinn und Zweck, hier irgendwelche Taxiunternehmer lobend hervorzuheben oder andere in Mißkredit zu bringen, sondern schlicht und ergreifend einmal darzulegen, daß man, wie Sie in Ihrem Schlußsatz ja auch selber festhalten, mit etwas Kollegialität und Miteinander einfach weiter kommt. Daß ich dafür dann das Schreiben der Kollegin Fischer als Anlaß nahm, hat einzig den Grund, daß das Thema Marienhospital doch mittlerweile abgehandelt sein dürfte (Ihnen liegen doch die Schreiben des MH vor?), und mich, wie allerdings auch andere Kollegen, die diesbezüglichen ständigen Wiederholungen im Taxi-Magazin langweilten.
Wie Sie mir gegenüber telefonisch einräumten, ist es ja auch in anderen Krankenhäusern üblich, bestimmte Taxiunternehmen für die Transportdurchführung herbeizuziehen. Und in den Kneipen und Hotels liegt die Sachlage nicht anders. Warum also legt man seine ganze Energie in eine einzige Station eines Krankenhauses und damit verbunden in ein einzelnes Unternehmen, und dreht dieses immer und immer wieder durch die Mangel, wenn man weiß, daß diese Vorgehensweise an der Tagesordnung und zudem auch noch vollkommen rechtens ist?
Aber ich möchte hier jetzt beim besten Willen keinen Kommentar zum Kommentar eines Kommentars abgeben. Ich glaube nur, daß Sie unter der Überschrift "Thema verfehlt - Kollege Feucht" ein wenig  am Thema meines Kommentars vorbeigeschrieben haben.
Obwohl sie nicht meine uneingeschränkte Zustimmung findet, sollte ich Ihnen für die Überschrift aber danken, denn nach dem alten Politikermotto "lieber eine schlechte Schlagzeile, als gar keine", haben Sie wahrscheinlich durch den Fettdruck meines Namens meinen Bekanntheitsgrad deutlich gesteigert (Anm. d. Red.: :-)).
Der zweite Punkt, lieber Kollege Kristan, beschäftigt mich viel mehr: Hatten Sie nicht gesagt, Sie wären gerne bereit auch einmal kritische Stimmen im Taxi-Magazin zu Wort kommen zu lassen (ich verstehe den "Neid und Mißgunst"-Artikel nicht als kritisch, da er vollkommen unpolitisch ist)?
Mit dem Schreiben "Pietät und Umwandlung" (Anm. d. Red.: siehe unten) war die Stimme wohl etwas zu kritisch, oder wie darf ich es deuten, daß Sie das Fax, das am 13.02.1998, also weit vor Redaktionsschluß am 16.03.1998, bei Ihnen einging, schlicht und ergreifend ignorierten? Bei den Kollegen am Platz erntete ich durchweg positive Resonanz auf das Schreiben (und das nicht nur aus den Reihen der sogenannten Opposition), allerdings hörte ich auch mehrfach, daß so ein Artikel garantiert nicht im Taxi-Magazin abgedruckt werde.
Soweit zumindest sollten die Zweifler Recht behalten, obwohl ich in diesem Punkt wirklich auf Ihre Loyalität gehofft hatte. Denn obwohl wir die Umwandlung betreffend sicher unterschiedlicher Meinung sind, werden Sie unumwunden zugeben müssen, daß es sich bei einer Unterschriftensammlung bei einem Trauerkonvoi um mehr als nur einen kleinen Faux-pas handelt.
Selbstverständlich ist mir bewußt, daß Sie eingesandte Artikel nicht abdrucken müssen, es hätte mich allerdings im Bezug auf Ihr telefonisches Versprechen gefreut, den Artikel im Taxi-Magazin vorzufinden.
Ebenso selbstverständlich werden Sie aber auch verstehen, daß, wenn mir das Medium Taxi-Magazin nicht zur Verfügung steht, ich mich anderer Medien bedienen werde, und das natürlich nicht ohne den Hinweis auf die Einsendung des Schreibens an Sie, und die in meinen Augen naheliegenden Rückschlüsse, die ich persönlich aus der Nichtveröffentlichung ziehe.
In diesem Zusammenhang wäre ich Ihnen für eine kurze schriftliche Stellungnahme dankbar.

Am darauffolgenden Tag erhielt ich von Peter Kristan einen Anruf, während dem er mir mitteilte, daß er auch weiterhin nicht beabsichtige, den "Pietät und Umwandlung"-Artikel zu veröffentlichen. Nach seiner Aussage ist die Sammlung von Unterschriften für die Umwandlung während der Bereitstellung zum Trauerkonvoi vollkommen in Ordnung. Er räumte ein, daß er meine Empörung nur verstanden hätte, wenn direkt auf dem Friedhof gesammelt worden wäre, schließlich sei das Sammeln von Unterschriften eine aufwendige Aktion, bei der es verständlich wäre, daß man jede Ansammlung von Taxiunternehmern nutzen müsse.


Kein Kommentar!!

Michael P. Feucht, Taxiunternehmen, Stuttgart

leserbriefe


Taxiunternehmer im Zwiespalt,
oder wie man aus einer Einheit zwei Lager macht.

Wie überall gibt es, wenn es um ein Thema geht, verschiedene Meinungen. Das Thema, das zur Zeit die Gemüter der Stuttgarter Taxiunternehmer erhitzt, ist die bevorstehende Generalversammlung (Anmerkung dazu: am 30.April 1998) mit der Neuwahl von 2 Vorständen und der neuerlichen Abstimmung, ob die von Herrn Kristan und von einigen Kollegen gewünschte Spaltung der Taxigenossenschaft in eine GmbH und eine parallel dazu existierende Taxi e.G., erneut vorangetrieben wird.
Bei den Neuwahlen der 2 Vorstände geht es diesmal eindeutig darum, wie der weitere Weg unserer Existenzgrundlage, und das ist eine funktionierende Taxizentrale, gestaltet wird.
Falls der Rücktritt von Herrn Kristan in der GV durch eine Neuwahl seinerseits in den Vorstand rückgängig gemacht wird, gehen wir mit grossen Schritten auf eine Teilung der Taxigenossenschaft in eine GmbH und Taxi eG zu.
Diese Teilung kann so keinem Fall akzeptiert werden. Die Altgenossen werden in diesem Fall in zwei sich eindeutig widersprechenden Konzepten Teilhaber sein. Die GmbH soll einen möglichst grossen Gewinn erwirtschaften. Die Taxi eG soll möglichst preiswert ihre Arbeit fr die Taxiunternehmer verrichten. Hierin liegt schon in sich ein Konflikt der uns zu einem gespaltenem Verha1ten zwingt. Die UKB-Beiträge werden erhöht, um die Mieteinnahmen, die natürlich der GmbH zu zusätzlichen Gewinnen verhelfen sollen, zu ermöglichen. Wir geben das Geld auf der einen Seite aus, um es auf der anderen Seite eventuell wieder zu verdienen. Das ist in meinen Augen ein Schwachsinn, der seinesgleichen sucht.
Und was ist, wenn die Mietzahlungen irgendwann so hoch sind, dass die Taxi eG nicht mehr bereit ist, diese Ausgaben zu erbringen?
Eine Kündigung des Mietvertrages, die Suche nach neuen Bürorräumen und natürlich die Anschaffung einer neuen Einrichtung, zumindest aber ein teurer Umzug wäre nötig. Für die T.axi e.G. wären dies aus der heutigen Sicht unnötige Ausgaben. Was dies für die GmbH bedeutet ist ebenso offensichtlich. Suche eines neuen Mieters, der vielleicht nicht bereit ist die bisherige Höhe der Miete zu bezahlen oder aber auch leerstehende Büroräume. Dies würde weniger Mieteinnahmen und dadurch geringerer Gewinn bedeuten.
Wir stecken bei einer Teilung in einem Dilemma, das wir heute noch gar nicht überblicken können. Und dies alles nur, um eventuell irgendwann ein paar Mark mehr zu bekommen. Dies könnte man wohl auch erreichen, indem man in der heute bestehenden Genossenschaft die UKB-Beiträge senken würde.
Dieses Geld hätten wir dann wirklich jeden Monat gespart und somit effektiv verdient.
Bernd Hömann, Taxiunternehmen, Stuttgart 20.03.98

leserbriefe


An
TAXI AUTO-ZENTRALE STUTTGART
z. Hd. Vorstand Klaus Knupfer
Karlsbader Strasse 42

70372 Stuttgart
   
Jürgen Rösner
 
Adresse bei taxi-stuttgart.de bekannt
 
Stuttgart
Vorsätzlicher Verstoss gegen die Betriebsordnung
   24 März 1998


Sehr geehrter Kollege Knupfer",

wie Sie sich sicherlich erinnern, veranlasste Ihre Schichtleiterin Frau Danner, mich am 3. März 98 wegen "Verstoss Betriebsordnung Funkdisziplin" schriftlich zu verweisen. Mit Post vom 5. März 98 gestand ich den Verstoss gegen die Funkdisziplin ein. Aber ich legte entschiedenst Einspruch gegen den Vorwurf, Kollegen zum Verstoss gegen die Betriebsordnung aufgefordert zu haben. Ich bat Sie, die Funkmitschnitte abzuhören, um sich von der Richtigkeit meines Einspruchs selbst überzeugen zu können. Des weiteren bemängelte ich in meinem Schreiben die "selbstherrliche Art, wie ich abgekanzelt wurde". Dass ich bis heute noch keine Antwort darauf bekam, liegt sicher an Ihrer zeitlichen überbeanspruchung.
Leider sehe ich mich gezwungen, Sie erneut um das Abhören von Funkmitschnitten zu bitten. Oben genannte Schichtleiterin hat vermutlich schon den nächsten Verweis gegen mich in Auftrag gegeben. Bitte ersparen Sie sich die nächste Peinlichkeit und hören die Funkmitschnitte vorher ab!
Wie Sie dabei unzweifelhaft mit eigenen Ohren hören werden, gab es bei der gestrigen Auftragsvergabe am Waldparkplatz die üblichen Probleme. Unüblich war für mich dabei nur das Verhalten der oben genannten Schichtleiterin. Da jedem Menschen ausser dem Papst Fehler unterlaufen können, erkundigte ich mich im 5.Kanal vorschriftsmässig, ob die Vergaberegelung noch gültig sei, dass ein Kollege erst nach Auftragsvergabe am Waldparkplatz rausfahren darf; nachdem mein Vordermann Kollege 962 auf Grund von Problemen mit seinem Funkgerät von der Schichtleiterin erst bereits auf der Anfahrt nach Sindelfingen den Auftrag bekam. Die Gültigkeit dieser Regelung wurde mir bestätigt. Deshalb wies ich die Schichtleiterin freundlich darauf hin, dass damit dem Nächsten und auch noch Letzten am Waldparkplatz und somit mir dieser Auftrag zustände. Die Antwort darauf war aber nicht wie vermutet und auch nachvollziehbar ein Hinweis auf die Probleme des Kollegen 962 mit seinem Funkgerät, weshalb ihm der Auftrag dennoch zugeteilt wurde. Zu meinem ungläubigen Erstaunen beschied mir die Schichtleiterin, dass sie dann allen anderen Kollegen auch die Aufträge entziehen müsste und dazu nicht gewillt sei. Hierdurch verstiess Schichtleiterin Frau Danner nicht etwa unbeabsichtigt gegen die Auftragsvergaberichtlinien und damit gegen die Betriebsordnung sondern vorsätzlich ! Aber in Ihrer Selbstherrlichkeit oder wäre etwa Selbstdämlichkeit angebrachter kanzelte mich die Schichtleiterin dazuhin in ihrer bekannten und arroganten Art ab und ordnete mein Erscheinen in der Zentrale auf Montag an, worauf ich sie nur noch bitten konnte, von diesem Vorfall eine Aktennotiz anzulegen.

Sehr geehrter Kollege Knupfer, ich frage Sie, kann sich die Zentrale eine Schichtleiterin leisten, die sich gar vorsätzlich über die Auftragsvergaberichtlinien hinwegsetzt, wo doch bei vielen Kollegen schon immer der Vorwurf laut wurde, dass es bei der Auftragsvergabe zu Unregelmässigkeiten kommen würde!?! Ich möchte Sie bitten, diesen meinen Brief samt Ihrer Stellungnahme im Taximagazin zu veröffentlichen, um einerseits klarzustellen, dass solche Unregelmässigkeiten weder von Ihnen geduldet noch unter den Teppich gekehrt werden, und um anderseits ein Beispiel dafür zu geben, dass Stil im Falle von Kritik sei sie berechtigt oder auch nicht doch nicht so völlig fremd in unserer Taxizentrale ist, wo doch unser oberster Repräsentant als GRÖVAZ (Grösster Vorsitzender Aller Zeiten) im Umgang mit seinen Kritikern nicht unbedingt als Vorbild hierfür taugt. Zudem hätte ich und sicherlich auch sonst noch einige Kollegen gerne gewusst, welche internen Regeln in der Taxizentrale bei leichteren bis schweren Verstössen es gibt, bevor jemand seines/ihres Amtes enthoben werden kann. Ausserdem behalte ich mir rechtliche Schritte vor, da dieser von mir angezeigte Verstoss mich finanziell um DM 64 geschädigt hat, wie ich vom Kollegen 962 erfahren konnte. Im Falle einer schriftlichen Entschuldigung samt Rücknahme des unberechtigten Vorwurfs, meinerseits zum Verstoss gegen die Betriebsordnung aufgefordert zu haben, bin ich willens diesen "groben Verstoss gegen die Auftragsvergaberichtlinien am Waldparkplatz trotz Hinweises und wider besseren Wissens" als von meiner Seite aus als erledigt zu betrachten, sofern die Kollegin gemäss der internen Regelungen der Taxizentrale zur Verantwortung gezogen wird.

Vorsichtshalber möchte ich Ihnen mitteilen, dass dieses Schreiben nicht nur per Einschreiben mit Rückschein an die Taxizentrale geht, sondern auch über das Internet interessierten Kollegen und Kolleginnen zur Kenntnis gebracht worden ist .

Ausserdem möchte ich Ihnen noch einen Fall von "Fehlfunktion" der Taxi-Rufsäulen zur allgemeinen Erheiterung vorbringen.
Ich stand noch am Taxiplatz Hallschlag, als ich gerade einen Einsteiger bekommen hatte und der Funker, der nebenbei bemerkt Schichtleiter ist, den Taxiplatz rief. Da ausser mir kein Kollege da war, hörte ich wie zu meinem Erstaunen gerufen wurde, "bitte Hallschlag anfahren". Da auch sonst weit und breit niemand zu sehen war, teilte ich über den 5 Kanal mit, das kein Taxi benötigt werde, da niemand da war. Daraufhin durfte ich mich belehren lassen, dass gar zweimal der Bestellknopf gedruckt worden sei. Selbst meine Entgegnung, dass ich doch wohl genauer sehen könne, welche Situation nun wirklich am Taxiplatz sei, blieb ohne Resonanz. Könnten Sie bitte den Kollegen und Kolleginnen am Funk den technischen Zusammenhang erklären zwischen der Meldung "Taxiplatz anfahren" auf ihrem Bildschirm und einer möglichen Fehlfunktion, auf dass diese sich nicht weiterhin damit lächerlich machen mit ihrem starrsinnigen Bestehen darauf, da müsse jemand auf den Bestellknopf gedrückt haben, wenn der Kollege am Platz das Gegenteil meldet. Die überwiegende Zahl der Kollegen und Kolleginnen am Platz empfinden es einfach als ärgerlich und zudem anmassend, wenn der Kollege am Funk Ihnen nicht glauben will, was sie doch mit eigenen Augen vor Ort selber sehen !!!
Sofern tatsächlich hellsichtige Kollegen und Kolleginnen in der Taxizentrale arbeiten sollten, bitte ich, mir meinen Unglauben zu verzeihen. Ich verbleibe in der Hoffnung der Sache und nicht nur meiner eigenen Selbstwichtigkeit gedient zu haben mit freundlichen Grüssen

Dein Kollege Jürgen Rösner


leserbriefe


Markus Kukrals Wurfblatt gegen Umwandlung der Genossenschaft in eine GmbH & CoKg
Flugblatt vom 14.14.98

Zur Sache: Nr.1
....wussten Sie schon
...Die Umwandlung erhöht Ihren UKB um über 25% (vgl. Rundschreiben/Kristan vom 3.3.1998,S.8)
...Falls Sie nicht bereit sind pro Jahr DM 768,- mehr zu bezahlen.
Stimmen Sie am 30. April 1998 gegen die Umwandlung

Zur Sache: Nr.2
....wussten Sie schon
... Um sich nach der Umwandlung ihr Geschäftsguthaben sichern, sollten Sie bis zu 5 neue Geschäftsanteile kaufen. (vgl. Runschreiben/Kristan vom 3.3.1998, S.6)
...Falls Sie nicht bereit sind DM 5000,- zu bezahen, nur um Ihr bisheriges Geschäftsguthaben zu sichern
Stimmen Sie am 30. April 1998 gegen die Umwandlung

Flugblatt vom 17.14.98

Zur Sache: Nr.3
...wussten Sie schon
...die Neuausgabe von bis zu 5 Geschäftsanteilen je Genosse (vgl. Runschreiben/Kristan vom 3.3.1998, S.6) senkt den rechnerischen Wert Ihres alten Geschäftsguthabens um bis zu 80%.
... Falls Sie nicht bereit sind bis zu 80% Ihres rechnerischen Geschäftsguthabens zu verschenken
Stimmen Sie am 30. April 1998 gegen die Umwandlung

Zur Sache: Nr.4
....wussten Sie schon
...Kommanditisten sind von der Geschäftsführung grundsätzlich augeschlossen, sie sind am Gewinn und Verlust der Gesellschaft nur in Höhe ihrer Einlage beteiligt. (vgl. Encarte 98 Enzyklopädie)
...Falls Sie nicht gereit sind Ihr Stimmrecht zu verschenken
Stimmen Sie am 30. April 1998 gegen die Umwandlung

...denn
  Mein Freund bleibt Genosse
    V.i.S.d.P. Markus

leserbriefe



Die vier Aussagen des Wurfblattes von Markus Kukral ergaben ein Wurfblatt, das die Aussagen von Kollege Kukral zu entkräften sucht. Wir von taxi-stuttgart.de sind der Auffassung, dass dieses Wurfblatt sehr genau gelesen werden muss, um die darin enthaltene Bauernfängerei zu erkennen.

Ganz eindeutig aber sind die Verfasser dieses Wurfblattes vom Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen selbst nicht überzeugt. Anders jedenfalls lässt sich nicht erklären, dass das Wurfblatt anonym verteilt wurde. Oder sind die Verfasser nur zu feige zu ihren Aussagen zu stehen?

Somit kann nach den Vorgaben dieser Domain das Wurfblatt leider nicht abgedruckt werden.
leserbriefe



Die Story vom Pferd
oder: Warum die Trojaner unserer Umwandlung zugestimmt hätten

Stellen Sie sich einmal vor, jemand kommt zu Ihnen und sagt: "Ich will Dir Geld schenken." Welche Frage würden Sie zuerst stellen? "Und was hast Du davon?" Oder: "Wo ist der Haken?" Und wenn Ihnen dieser Jemand dann erzählt, Sie müßten erst einmal investieren, und irgendwann würden dann vielleicht auch Sie Geld bekommen, würden Sie ihn nicht als Scharlatan und Bauernfänger bezeichnen und mit einem Tritt in den Allerwertesten in die Wüste schicken?
Am 06.03.1998 fanden wohl die meisten der Mitglieder der Stuttgarter Taxigenossenschaft ein Rundschreiben in ihrem Briefkasten, das ihnen nochmals die Umwandlung unserer Genossenschaft in eine GmbH & Co. KG schmackhaft machen sollte. Leider lag der Informationsgehalt dieses Schreibens wieder einmal bei maximal 50%, da vor lauter Euphorie für die Umwandlung schlicht und ergreifend "vergessen" wurde, auch auf die Nachteile ein wenig einzugehen. Gleich im ersten Absatz schreibt der Verfasser, daß das Abstimmungsergebnis mit Sicherheit anders ausgefallen wäre, wenn man im Vorfeld mehr die Vorteile des Konzepts erläutert hätte. Das kann ich nun nicht verleugnen. Allerdings muß ich hier auch gleich dagegenhalten, daß das Ergebnis mit Sicherheit nochmals anders ausgefallen wäre, wenn man auch im Vorfeld mal die Nachteile erläutert hätte.
Aber Nachteile gibt es ja laut diesem Schreiben kaum, und wenn man den letzten Absatz der Schlußbetrachtung liest und sich an die Empfehlungen hält, die dort aufgeführt werden, so wird man bestimmt auch keine Nachteile zu hören bekommen: Man solle sich direkt an ihn wenden oder an einen der Experten, die auf der Generalversammlung anwesend sein werden.
Nun sollte man allerdings nicht verschweigen, daß diese Experten mit der Umwandlung unserer Genossenschaft Geld verdienen. Und das nicht gerade wenig. In keiner Weise möchte ich hier anzweifeln, daß es sich bei den Experten auch um wirkliche Experten handelt, aber erlauben Sie mir an dieser Stelle ein kleines Beispiel: Wenn mich ein Kunde fragt, ob es sinnvoller ist, mit mir in meinem Taxi nach Hamburg zu fahren, oder vielleicht ein Hotelzimmer zu nehmen und am nächsten Tag mit der Bahn zu fahren, was glauben Sie, daß ich ihm da sagen werde? In diesem Fall kann man mich ja auch als Experten bezeichnen, und weiß Gott, ich würde ihm mit Sicherheit die Taxifahrt schmackhaft zu machen versuchen und kein Wort über die Vorteile einer Hotelübernachtung und anschließenden Bahnfahrt verlieren. Wahrscheinlich wüßte ich in diesem Augenblick nicht einmal, daß es in Stuttgart gute Hotels gibt. Schließlich, und das muß man mir in diesem Fall zugute halten, verdiene ich mit dem Taxifahren mein Geld, und was liegt da näher, als nur über die Vorteile zu reden.
Darüber hinaus wäre in dem Punkt der Befragungen auch anzumerken, daß wir als freie Bürger und auch als mündige Genossen die demokratischen Grundrechte nutzen dürfen. Und dazu gehört nunmal auch, daß wir zum einen unsere eigene Meinung frei äußern, uns zum anderen aber auch von allen Seiten umfassend informieren dürfen. Daß unser geschäftsführender Vorstand behauptet, daß man am Taxiplatz in der Regel nicht die richtigen Antworten bekommt, wirft bei mir die Frage auf, wer eigentlich das Recht auf die "richtigen" Antworten erworben hat.
Allerdings kann ich persönlich versichern, daß auch die Gegner einer Umwandlung sich umfassend informiert haben. Zum einen bei einem Gespräch im kleinen Kreis in der Taxi-Auto-Zentrale, bei dem neben dem Vorstand Peter Kristan auch der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Heinz Danner anwesend war. Zum anderen wurde zu einer Sitzung in der Gaststätte Pinguin auch (für teures Geld) ein unabhängiger Experte geladen, der sowohl die Vor- als auch die Nachteile einer Umwandlung erörterte. Die Vorteile waren dabei dann relativ schnell abzuhandeln, da sie sich laut diesem Experten hauptsächlich auf die Führungsebene der GmbH & Co. KG und die passiven Mitglieder, die ja ihr Brot nicht mehr mit der neu zu gründenden Taxi-Genossenschaft verdienen müssen, beschränken. Im Grunde blieben für die aktiven Mitglieder nur Nachteile, die ich weiter unten in direktem Zusammenhang mit Peter Kristans Rundschreiben einmal näher erläutern möchte. Den Schlußsatz des Experten möchte ich hier aber noch sinngemäß wiedergeben: "Wenn Ihr auch weiterhin mit dem Taxi Euer Geld verdienen müßt, dann laßt bloß die Finger von einer Umwandlung!"
Doch zurück zu dem Rundschreiben von Peter Kristan:
Gleich im ersten Satz wird ordentlich Stimmung gemacht mit der Feststellung, "eine große Anzahl von Mitgliedern" habe ihn um eine nochmalige Wiederaufnahme des Umwandlungsgedankens gebeten. Nun sind ca. 150 von 548 Mitgliedern zwar nicht gerade wenig aber eben auch nur  ca. 27 %.
Aber ich will hier keine Statistiken erstellen, soviel nur als Einwurf zum Emotionsgehalt des Schreibens.
Nachdem sich die erste Seite in diesem emotionsgeladenem Stil liest, kommt man dann auf der Mitte der zweiten Seite zum eigentlichen Kern des Schreibens: Neben ein paar großen Grafiken, die zwar hübsch anzusehen, aber leider wenig aussagekräftig sind, erfahren wir (schon wieder), daß die Umwandlung in zwei Schritten vollzogen wird, wobei für den ersten 75%, im zweiten dann sogar 90% der Genossen zustimmen müssen.
Nun nehmen wir einmal an, daß wirklich 75% dem ersten Umwandlungsschritt zustimmen, woran ich allerdings bei der Fülle der Nachteile nicht so recht glauben will, das Erreichen von 90% für den zweiten Schritt ist nahezu unmöglich. Somit hätten wir dann lediglich den ersten Schritt vollzogen, d.h. aus unserer alten Genossenschaft hätten sich zwei Genossenschaften entwickelt, die uns keinen einzigen Vorteil bieten, dafür aber schon eine Menge Geld für die Entstehung gekostet haben. Und um nicht weiterhin auch noch doppelte Kosten zu verursachen, müßten sie wieder (nochmals für viel Geld) in eine einzige Genossenschaft zurückgeführt werden.
Doch spinnen wir einmal die Vision einer tatsächlichen Umwandlung bis zum bitteren Ende weiter. Nehmen wir wirklich einmal an, es hätten 90% der Mitglieder unserer Genossenschaft dem zweiten Umwandlungsschritt zugestimmt (glauben Sie daran?), wir hätten also jetzt eine neue Taxi-Genossenschaft sowie eine Immobilien-GmbH & Co. KG. Laut Peter Kristans Schreiben entstehen ja für die Führung beider Betriebe keine zusätzlichen Kosten. Da er sich selbst als Geschäftsführer der Immobilien-GmbH sieht, sei die Frage erlaubt, wer denn den Vorstand unserer Zentrale übernimmt? Soll, wie Kollege Danner anläßlich der oben erwähnten Sitzung in der Taxi-Auto-Zentrale ausdrückte, dieser Vorstand ehrenamtlich agieren? Da die Geschäfte der Taxi-Genossenschaft ja wie bislang weiterlaufen müssen, und der heutige geschäftsführende Vorstand unserer Genossenschaft uns jedes Jahr sehr hohe Lohnkosten verursacht, würden sich einem doch gleich zwei Fragen aufdrängen:
1. Hätte ein ehrenamtlicher Vorstand überhaupt Interesse an einer gesunden Taxi-Zentrale?
2. Kann man diese Aufgabe wirklich ehrenamtlich übernehmen und hat man nebenher noch  Zeit für einen Haupterwerb?
Aus der letzten Frage, sollte man sie denn mit "ja" beantworten, ergäbe sich folgende logische Schlußfrage: Ist der amtierende Geschäftsführende überbezahlt?
Aber auch der Vorschlag von Peter Kristan, man könne doch den Geschäftsführer der GmbH in Personalunion mit dem Vorstand der Taxi-Genossenschaft stellen, ist schlicht und ergreifend unsinnig. Ansonsten haben wir in dieser Person einen gewaltigen Interessenskonflikt zu befürchten, denn wenn z.B. ein Peter Kristan als Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft die Miete für die Räumlichkeiten der Taxi-Zentrale erhöhen wollte, würde der Vorstand der Taxi-Genossenschaft Peter Kristan auch gleich "hurra" rufen, ohne die Rechtmäßigkeit dieses Tuns zu überprüfen, und letztendlich den UKB für uns konstant zu halten.
Ebenso verhält es sich natürlich auch mit dem Aufsichtsrat. Das Problem liegt nun einmal in den verschiedenen Zielsetzungen der beiden Gesellschaften. Die GmbH will ganz klar Gewinn erwirtschaften, was ja auch im Interesse der Kommanditisten ist, die Taxi-Genossenschaft soll ihre Mitglieder fördern und hat hierfür ganz klar auch das Ziel, den UKB so gering wie möglich zu halten. Beides ist aber leider nicht miteinander vereinbar, und so sehen wir auch, daß diesem Interessenskonflikt jeder unterliegt, der sowohl Mitglied der Genossenschaft als auch Kommanditist ist.
Also benötigen wir auch für die Führung der beiden Betriebe zwei getrennte Vorstände, was uns, bei Beibehaltung der bisherigen Lohnkosten des geschäftsführenden Vorstandes, pro Mitglied eine Mehrbelastung (und damit natürlich UKB-Erhöhung) von ca. DM 500,-- pro Jahr einbringt. Nicht eingerechnet sind hierbei die Aufwandsentschädigungen für die Aufsichtsratsmitglieder.
Richtig ist in Peter Kristans Rundschreiben dagegen sicherlich, daß man nur eine Buchhaltungsabteilung benötigt. Falsch ist aber, daß damit keine weiteren Kosten verbunden sind.
Da die beiden Betriebe rechtlich voneinander getrennt sind, ist demzufolge auch eine getrennte Buchhaltung notwendig. Der hierdurch verursachte Mehraufwand (denn zu der Buchhaltung der Taxi-Zentrale, die in nahezu unverändertem Ausmaß anfällt, kommt nun auch noch die Buchhaltung der GmbH) ist zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch nicht mit Zahlen zu untermauern, unbestreitbar ist er aber vorhanden und wird somit zusätzliche Kosten verursachen.
Ein weiterer Punkt, der uns aktive Mitglieder und Kommanditisten Geld kosten wird ist, auch wenn Peter Kristan es bestreitet, das Abhalten zweier Generalversammlungen. Nachdem er schreibt, man könne die Versammlungen ja kürzen, könnte man fast glauben, er habe noch nie an einer Generalversammlung unserer Genossenschaft teilgenommen. Wo soll man denn bitteschön kürzen? Auch weiterhin sind Tagesordnungspunkte wie der Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat, Entlastung derselben, Erläuterung des Jahresabschlusses, Prüfbericht des Geno-Verbandes sowie Wahlen zwingend vorgeschrieben. Und da wir in einer neuen Taxi-Genossenschaft auch die heutigen Gestattungsnehmer aufgenommen hätten, und diese Genossenschaft somit ca. 150 Mitglieder mehr aufweist als die heutige glaubt doch niemand ernsthaft, daß bei der großen Anzahl der dann anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer der Punkt "Verschiedenes" zu kürzen wäre.
Somit bleibt also nur, die Versammlungen an zwei getrennten Tagen stattfinden zu lassen.
Wirklich goldig finde ich, daß Kristan in diesem Zusammenhang von "keinem größeren Verlustausfall" schreibt. Nein, einen Ausfall der Verluste werden wir sicher nicht zu beklagen haben, das einzige was wir befürchten müssen ist einen weiteren Verdienstausfall.
Kommen wir nun zu dem Punkt "Auswirkungen der Umwandlung auf den UKB".
Im ersten Absatz dieses Punktes finden wir gleich zwei Bemerkungen, die einen stutzig werden lassen sollten:
1. Gewinne können ausgeschüttet werden.
2. Verluste werden dem Kommanditisten belastet.
Was heißt das im einzelnen? Eventuelle Gewinne können ausgeschüttet werden, Sie müssen aber nicht. Wenn beschlossen wird, einen eventuellen Gewinn den Rücklagen zuzuführen, um damit z.B. renovieren oder expandieren zu können, so erhalten die Kommanditisten nichts ausbezahlt. Im Gegenteil: Diese Art der Rücklagenbildung kostet richtig Geld. Aber nicht die GmbH & Co. KG, sondern jeden einzelnen Kommanditisten, der dieses Geld versteuern muß als ob er es ausbezahlt bekommen hätte.
Die vermeintliche Altersversorgung kommt spätestens jetzt einem jeden Einzelnen komisch vor. Denn statt eine zusätzliche Rente zu erhalten muß man von seiner eigentlichen Rente jetzt auch noch Steuern für Gelder bezahlen, die man gar nicht bekommen hat. Verluste aber werden, wie dem Rundschreiben auch zu entnehmen ist, dem Kommanditisten in voller Höhe und auf jeden Fall belastet. Wo liegt denn nun die "Sicherung" des Alters?In diesem Zusammenhang wäre auch zu fragen, wer einem dann später einen Kommanditanteil abkauft und zu welchem Preis. Bei einer eventuell vorgeschlagenen Satzungsänderung, nach der die Veräußerung der heutigen Genossenschaftsanteile möglich werden soll, wird, so Peter Kristan, wahrscheinlich kein neu anfangender Taxiunternehmer das Geld für einen Genossenschaftsanteil aufbringen können. Wenn dem so sein sollte, glaubt dann irgendwer, daß dieser Taxiunternehmer plötzlich das Geld für einen Kommanditanteil hat? Er braucht letzteren auch wirklich nicht für seine Berufsausübung, also wird er auch darauf verzichten. Ein Genossenschaftsanteil an der Taxi-Auto-Zentrale bringt ihm aber für seinen Beruf wirkliche Vorteile, so daß er sich mit Sicherheit für dessen Erwerb entschließen wird.
Somit werden wir also unsere KG-Anteile, von denen wir ja sechs Stück erwerben dürfen, nur an Spekulanten veräußern können, die diesen Anteil ebenfalls nicht benötigen, und zudem, durch das voraussichtliche Überangebot, den Preis für einen Anteil stark drücken und so mit dem Ankauf einer großen Anzahl von Anteilen letztendlich eine Stimmenverzerrung in der KG herbeiführen können.
Aber sind wir einmal ganz vorsichtig, und rechnen nur auf die obigen DM 771,-- noch die DM 500,-- aus der Berechnung des Vorstandsgehaltes hinzu, so kommen wir schon auf DM 1.271,-- jährliche UKB-Erhöhung, was monatlich über DM 100,-- zusätzlich, gesamt also fast DM 380,-- für den monatlichen UKB ist. Und wie schon erwähnt: Dieser Betrag ist ohne weitere Mieterhöhungen und ohne den zusätzlichen Verwaltungsaufwand, nur aus dem aktuellen Mietpreis und Vorstandsgehalt, gerechnet.
Weiter steht in dem Rundschreiben zu lesen, daß diese Erhöhung aber durch die Gewinnausschüttungen bzw. Kapitalgutschriften aufgefangen werde. Laut eigener Aussage von Peter Kristan hat die heutige Genossenschaft derartig Schulden, daß mit eine Gewinnausschüttung vor dem Ablauf von zehn Jahren nicht zu rechnen ist. Das heißt doch für uns im Klartext, daß jeder von uns in den nächsten zehn Jahren zusätzliche DM 13.000,-- an UKB , gesamt also DM 37.500,-- bezahlen wird, bevor eine erste Ausschüttung erfolgen wird. In Anbetracht dieser Zeitspanne und der damit möglichen Verzinsung des eingesetzten Kapitals muß die Gewinnausschüttung dann schon gewaltige Ausmaße annehmen, damit sich dieser Betrag jemals rechnet. Daß sich der Geschäftswert eines KG-Anteils dann, bei möglichen über 3000(!) Anteilen, auf einen realen Wert von DM 3.000,-- beziffern läßt, der aber bei Verkauf aller Voraussicht nach nicht zu erzielen sein dürfte, verbessert die obige Situation dann auch nicht gerade.
Das heißt letztendlich doch auch noch, daß jeder, der seine heutigen Chancen(?) beibehalten und sich nicht übervorteilen lassen möchte, erst einmal weitere DM 5.000,-- investieren muß, damit er weitere fünf Anteile (insgesamt kann jeder sechs Anteile halten) zeichnen kann. Interessant wäre in diesem Zusammenhang dann auch die Antwort auf die Frage, wem denn die DM 2.600.000,--, die durch den Verkauf weiterer Anteile gewonnen werden, zugesprochen werden? Der Genossenschaft oder der neuen GmbH? Oder ist das jetzt der Obolus, den wir für ein zu bauendes Parkhaus (laut Planung DM 3.100.000,--) zu entrichten haben?
Doch unabhängig davon kommen wir in den nächsten zehn Jahren also schon auf eine Mehrbelastung von DM 18.000,--.
Würden Sie diese DM 18.000,-- heute bei Ihrer Bank auf zehn Jahre festlegen, dürften Sie über diesen Zeitraum  durchaus mit Zinseinnahmen in Höhe von DM 9.000,-- ohne jedes Risiko rechnen.
Wo liegt aber nun der finanzielle Ertrag bei dem Umwandlungskonzept? Er ist, wenn überhaupt, letztendlich nur fragmentarisch vorhanden, es sei denn, Sie gehören der Geschäftsführung der Immobilien-GmbH an oder heute schon passives Mitglied der Taxi-Genossenschaft.
Lassen Sie uns nun noch zu einem Punkt kommen, der den meisten von uns wohl mit einem dicken Fragezeichen schwer im Magen liegt: Unter der Überschrift "Widerspruch eines Genossen" finden wir, wie es wohl die meisten verstanden haben, eine gefährlich klingende Drohung, daß wir ja für die Umwandlung stimmen sollten, ansonsten erhielten wir unseren heutigen Geschäftsanteil an der Genossenschaft ausbezahlt und wären dann an gar nichts mehr beteiligt.
Während viele Kollegen schon äußerten hier hätte Kristan sich unbeholfen und mißverständlich ausgedrückt, bin ich der Meinung, daß es sich hierbei um eine raffiniert formulierte Panikmache handelt: Der ganze Abschnitt steht und fällt nämlich mit der Betrachtung der beiden kleinen Wörtchen "widerspricht". Der Genosse muß also einer Umwandlung widersprechen. Und "widersprechen" ist nun einmal etwas anderes als "nicht zustimmen".
Was heißt das? Sie müssen sich nicht irgendwelchen diktatorischen Zwängen unterwerfen, sondern dürfen auf der Generalversammlung abstimmen, wie Sie es für sich persönlich, nach umfassender Information von allen Seiten, für sinnvoll erachten. Das heißt aber auch, sollte es jemals zu einer Umwandlung kommen, und Sie haben nicht für eine Umwandlung gestimmt, so können Sie sich immer noch in Ihr Schicksal fügen und Kommanditist werden. Erst wenn Sie Ihren Widerspruch gegen die Umwandlung namentlich zu Protokoll gegeben haben, erst dann treten für Sie die "Rechtsfolgen" ein, die Peter Kristan so schön allgemeingültig gehalten hat.

Und was hat das Ganze jetzt mit einem Pferd oder Troja zu tun, wie in der Überschrift zu lesen?
Nun, auch beim trojanischen Pferd der Antike hatten wir eine sehr schöne Hülle, aber einen etwas bedenklichen Inhalt. Entdecken Sie die Parallelen?
08.04.98 Michael P. Feucht, Taxiunternehmen Stuttgart

leserbriefe


Stuttgart, 28.04.1998
Landespolizeidirektion Stuttgart II
Hahnemannstrasse 1
70191 Stuttgart

Dienstaufsichtsbeschwerde
Vorkommnis am 27.04.98; Stuttgart-Wangen; Kesselstrasse Höhe Gebäude Nr. 7 (Fa. Böhm);ca 23:24 Uhr; Dienstfahrzeug S-(xxxx) (LKW)

Sehr geehrte Damen und Herren,
am Montag, den 27.04.98 fuhr ich mit meinem Taxi von der Otto-Konz-Brücke kommend hinter einem Grosstransporter der Polizei her in der Kesselstrasse in Stuttgart-Wangen. Das Fahrzeug fuhr sehr langsam, mit ca 25Km/h. So ging ich davon aus, dass etwas bestimmtes gesucht wurde, da vor der Polizei kein weiteres Fahrzeug fuhr. Weil ich aber zu einem Fahrgast wollte, entschied ich, dass ich das Polizeifahrzeug überholen werde, sobald der leichte Rechtsbogen der Kesselstrasse ab der Fa. Böhm (ca Gebäude Nr. 7) zu Ende sein wird. Dazu fuhr ich leicht links versetzt hinter dem Polizeifahrzeug her, damit ich den Verkehrsfluss erkennen konnte, da es unmöglich ist durch einen geschlossenen Kastenaufbau hindurchzusehen. Urplötzlich bremste das Polizeifahrzeug stark bis zum Stillstand ab. Damit musste ich, um meinen Abstand zu wahren genauso überraschend bremsen und anhalten. Ich ging davon aus, dass das gesuchte Objekt gefunden war. Weil aber weder Warnblinker, Fahrtrichtungsanzeiger oder Blaulicht benutzt wurden, gab ich ein kurzes Zeichen mit der Lichthupe um dem Fahrer anzukündigen, dass sich hinter ihm ein weiteres Fahrzeug befand. Dann wollte ich an dem weit in der Strassenmitte stehenden Polizeifahrzeug vorbeifahren. Leider war dies nicht möglich, da der Fahrer ausstieg und die Fahrertüre offenstehen lies. Er kam auf mich zu und blaffte mich an: "Haben Sie ein Problem wenn ich so langsam vor Ihnen herfahre?". Nach meiner Begrüssung verneinte ich dieses. Er herrschte mich darauf an, dass ich zu dicht hinter ihm herfahren würde und dies wäre gefährlich. Ich verneinte das dichte Auffahren: "Das kann gar nicht sein, immerhin konnte ich problemlos anhalten hinter Ihnen." Der Polizist konterte: "Das ist Nötigung!", ich hielt entgegen: "Das bestreite ich entschieden!". Der Polizist: "Da müssen wir wohl ´ne Verkehrskontrolle machen." Ich antwortete, dass ich da selbstverständlich einverstanden sei und legte den Rückwärtsgang ein und begann zurückzusetzen um in Erwartung der nun stattfindenden Fahrzeugkontrolle die linke Fahrbahn nicht weiterhin unnötig zu blockieren. Wobei mittlerweile kommender Gegenverkehr aufgrund der noch immer aufstehenden Fahrertür des Polizeifahrzeuges nicht weiterfahren konnte. Der Polizist lies die Verkehrskontrolle dann aber fallen und drohte mir: "Sei bloss vorsichtig, das nächste Mal ziehe ich Dich raus!" und stieg wieder in sein Fahrzeug. Sicherlich unnötig zu sagen, dass die Geschwindigkeit des Polizeifahrzeuges 25 Km/h nicht überschritt, wobei ein überholen aufgrund des weit in der Strassenmitte fahrenden Polizeifahrzeugs nicht möglich war. Diese Aussagen über das Fahrverhalten des Polizeifahrzeuges lassen sich sicherlich leicht überprüfen anhand des Tachographenblattes, das sich in diesem Fahrzeuges befinden muss, da es ein LKW ist. Der beifahrende Polizist konnte meine Worte unmöglich verstehen und die seines Kollegen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht, da er am Heck des Polizeifahrzeuges stehen blieb und ich den Diesel noch laufen hatte.
Ich habe mir nun lange überlegt, ob ich eine Dienstaufsichtsbeschwerde oder gar Anzeige wegen Nötigung gegen den mir unbekannten Fahrer des Fahrzeuges machen werde oder nicht. Zum einen bin ich nur bedingt davon überzeugt, dass selbst eine berechtigte Beschwerde über einen Polizisten und die Konsequenzen daraus die menschlichen Einstellungen des Beamten ändern. Zum anderen fürchte ich immer die negativen Konsequenzen welche nicht unbedingt nur auf mich zurückfallen sondern auf alle Taxifahrer in Stuttgart (eigentlich traurig, dass man Angst vor der Polizei hat). Einerseits liegt alleine durch die Strassenverkehrordnung zwischen den beiden Berufsgruppen Konfliktstoff, vor allem jetzt in den schweren Zeiten mit schlechten Geschäften. Anderseits ist man als Taxifahrer froh, in Bedrängnis auf die Polizei hoffen zu können. Aber auch die Polizei hat viel vom gepflegten Miteinander, da bei Fahndungen in den ersten Fahndungsminuten die Polizei sehr viele über die ganze Stadt verbreiteten Helfer und Augen hat - Erfolge gab es ja schon viele.
Allerdings muss sich gerade die Polizei als Exekutive des Staates bei allem, was man mir nun wie auch immer in dieser Situation an Fehlverhalten anlasten will, vor die Augen führen, dass Sie in besonderem öffentlichen Interesse steht und daher immer ein gutes Beispiel und Vorbild abgeben soll.
Und da sehe ich in dem Verhalten des Fahrers nun doch zwei gravierende Schwächen.
Ich weiss nun leider nicht, was man bei der Polizei unter "herausziehen" versteht - wenn ich Objekte irgendwo "herausziehe", so entferne ich diese Dinge und zwar ohne jegliche Rücksicht auf dieselben. Ich empfinde die Ankündigung des Polizisten "mich herauszuziehen" als erhebliche Bedrohung meiner Person. Der Eindruck dieser Bedrohung wird einmal durch den Tonfall vertieft und zum anderen ganz erheblich durch den Wechsel der Anredeform zum, von mir mit Sicherheit nicht gewünschten, persönlichen "Du" verstärkt. Somit fühle ich mich bedrängt und bedroht ausgerechnet von der Personen zu der ich eigentlich Vertrauen haben soll. Man stelle sich aber auch die Situation vor: Ein schimpfender, drohender Polizist nachts mitten auf der Strasse, die Türen seines Fahrzeuges offenstehend, keinerlei Warnzeichen oder Blaulicht in Funktion... ich dachte immer "Schimansky" oder "Miami Vice" seien Fiktionen.
Weiterhin soll die Polizei ja auch Schaden von den Bürgern abwenden und somit auch Unfälle vermeiden wenn es irgendwie geht. Wäre ich tatsächlich so dicht aufgefahren, wie der Polizist mir vorwarf, so ist das Verhalten des Polizisten schon beinahe grob fahrlässig. Scharf bis zum Stillstand abbremsen! Wenn das erste Fahrzeug scharf bremst, so muss das ein zweites Fahrzeug erst recht tun. Sollte sich nun ein drittes Fahrzeug in der Reihe befinden... Somit nimmt der erste, wenn er ohne Grund scharf bremst, nur um den Hintermann zu erschrecken oder zum Anhalten zu zwingen, doch schon beinahe bewusst in Kauf, dass es zum Unfall kommen kann. Und genau dieses Verhalten kann ein Polizist unter keinen Umständen an den Tag bzw die Nacht legen. Nicht wenn er als Polizist besonders genau und sorgfältig handelt, wie es die Gerichte gerne formulieren.
In dem weiteren Verlauf dieser Nacht konnte ich an zwei anderen Stellen der Stadt beobachten, wie die Polizei normalerweise Verkehrsteilnehmer anhält, um sie einer Verkehrskontrolle zu unterziehen. Immer unter Einsatz des Blaulichts und so abbremsend und auf die Seite dirigierend, dass niemand unnötig gefährdet wird oder gar ausgebremst wird.
Weil der mir unbekannte Polizist als Fahrer des Polizeifahrzeuges S-(xxxx) mich bedrohte, weiterhin ausbremste und darüberhinaus anschliessend amtsmachtmissbrauchend zu sehr langsamer Fahrt nötigte:

Ich erstatte Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Polizist, der am Montag, den 27. April 1998 um 23:24 Uhr das Fahrzeug mit dem Kennzeichen S-(xxxx) führte.

Der Fairness halber möchte ich anmerken, dass ich diesen Beschwerde im exakten Wortlaut der Öffentlichkeit zugänglich machen werde, ebenso Ihre Antwort ( so Sie dem nicht widersprechen)
Mit freundlichen Grüssen
(Alex. Bierig)




Am Freitag, den 22. Mai 1998 kam dann nach telefonischer Vereinbarung der betreffende junge Polizist zusammen mit seinem Vorgesetzten zu mir nach Hause. In einem längeren Gespräch wurden dann die verschiedenen Ansichten dieses Vorfalles geklärt. Nachdem der junge Polizist sich für sein Verhalten mit dem rüden Ton ausdrücklich entschuldigt hatte, habe ich die Dienstaufsichtsbeschwerde zurückgenommen.
leserbriefe


Gespräch über Umwandlung der Taxigenossenschaft in eine GmbH & Co. KG.
Nachdem am 16.Juni 98. im VfB-Clubhaus ein Gespräch zwischen Herrn Wiedemann, Herrn Kristan, Herrn Kienle und ein paar GmbH-Gegnern und -Zweiflern stattfand, - auf die ein "paar Gegner" werde ich noch später kommen - bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass bis auf die von mir nachfolgend aufgeführten Punkte, der Grossteil des Umwandlungmodells noch im Reich der Vermutungen und Spekulationen anzusiedeln ist.
Fest stehen momentan folgende Punkte:
l.) Jeder Genosse kann vor der Umwandlung bis zu 6 Anteile zeichnen.
2.) Die Einnahmen dieser zusätzlichen Anteile fliessen voll in die Kasse der GmbH & Co. KG. 3.) Die KG hat eine sogenannte Andienungspficht. Dies bedeutet, dass sie Anteile von KG-Mitgliedern, die diese nicht auf dem "freien Markt" verkaufen können ankaufen muss. Kaufpreis wird bei ca. 60%-70% des Verkehrswertes 1iegen.
4.) Die KG, die Taxi e.G., KG-Mitglieder sowie deren Ehegatten und Ieibliche Nachkommen können Mitglieder in der KG sein und nach Umwandlung beliebig viele Antei1e kaufen.
5.) Die GmbH & Co. KG und die Taxi e.G. sollen in Personalunion vom gleichen Vorstand geführt werden. Allerdings wurde nach mehrmaligen Nachfragen klar, dass mittelfristig 5-10 Jahre) eine Trennung mög1ich und eigentlich sogar wünschenswert wäre.
6.) Abstimmungen jeglicher Art werden mit 50% + 1 Stimme gültig.
7.) Als Rechenbeispiel für die UKB-ZahIüng wurde folgendes angenommen:
25% der Genossen zeichnen vor Umwandlung l Anteil.
Immobilien erzielen keinen nennenswerten Gewinn oder Verlust.
Ca. 200 000, Gewinn im Jahr durch Mieteinnahmen.
+69, UKB-Erhöhung
- 12, UKB-Erhöhung, die auch ohne Umwandlung nötig ist
26, Rückfluss aus Gewinnüberschuss falls keine Rückstellung beschlossen wird
+31, monatliche Mehrkosten für aktive Taxiunternehmer.
Dies ergibt eine jährliche Mehrbelastung in Höhe von DM 372, im Jahr für jede Konzession. Natürlich gilt dies nur bei Kollegen die in der GmbH & Co. KG und in der Taxi e.G. je einen Anteil haben.
Eine Beurteilung dieser Punkte mochte ich jedem selbst über1assen.
Zum Ablauf dieses Gespräches ist noch zu sagen, dass Herr Wiedemann meiner Meinung nach sehr offen war, wobei mir aber dennoch zu denken gab, dass er für Fragen, die über die oben genannten Punkte hinausgingen meistens mit "das weiss ich noch nicht" oder "das kommt auf die im Vertrag ausgehandelten Bedingungen an" antwortete.
Herr Kristan verhielt sich sehr ruhig und Herr Kienle schien nur müde zu sein und daher ging er auch nach einem kurzen Nickerchen. Das Gesprächsklima war sehr entspannt und sachlich.

Zum Abschluss möchte ich noch eine Bemerkung über die "paar GmbH-Gegner" machen.
Kollege Bierig und ich waren doch sehr erstaunt, dass von den durch uns eingeladenen 23 Kollegen nur 6 Kollegen eintrafen. Zwei hatten sich zwar schon im Vorfeld entschuldigt und dies auch aus triftigen Gründen. Die Frage muss aber gestellt werden:
"Warum sind 15 Kollegen nicht bereit gewesen an einem Gespräch über die Umwandlung teilzunehmen?"
Die Antwort kennen wohl nur die jeweiligen Personen.
Auf jeden Fall gibt das Verhalten dieser Kollegen Herrn Kristan wieder die Möglichkeit zu behaupten, dass diese Kollegen nur aus persönlichen Gründen gegen die Umwandlung sind. Manchmal muss ich mich fragen, ob sich diese Umwandlungsgegner eigentlich nicht im klaren sind, dass sie dadurch ihre eigene Position schwächen und denen, die die Umwandlung um jeden Preis wollen, in die Hände spielen.

Bernd Hörmann

leserbriefe

Umwandlung der Genossenschaft - nur um ans Genossenschaftsvermögen zu kommen?
In den letzten Jahren erhitze im Stuttgarter Taxigewerbe vor allem ein Thema die die Gemüter sehr stark: Die geplante Umwandlung der Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart e.G. in eine GmbH & CoKg.
Die Gründe, welche genannt wurden sind vor allem:
- Sicherung des Vermögens der Genossenschaft für die Mitglieder.
- Beteiligung der Genossen am Genossenschaftsvermögen
- Die Beteiligung als hochverzinste Kapitalanlage.
- Die Beteiligung als Spekulationsobjekt
Gerade die beiden letztgenannten erwiesen sich bei der Generalversammlung vom 1.Juli 98 als Luftblase. Bleibt die Sicherung des Vermögens. Wovor muss das Vermögen gesichert werden? Welche Aktionen hat die Vorstandschaft, genauer Peter Kristan denn vor, wenn er das Vermögen sichern muss? Da man dem Vorstand Peter Kristan allerdings nicht Böses unterstellen will bleibt diese Frage offen. Ausser, dass verhindert werden soll, dass die Genossenschaft langsam aber sicher in die Kontrolle von Ausländern gerät. Anderseits - was spricht dagegen, wenn die überwiegende Mehrheit der Taxiunternehmer und Taxifahrer Stuttgarts mittlerweile gestellt wird von nichtdeutschen Nationen?
Bleibt als letztes nachvollziehbares Motiv die Beteiligung der Kollegen am Genossenschaftsvermögen. Genauer: Jeder Kollege hat mindestens einen Anteil, welcher durch den Immobilienwert irgendwo zwischen derzeit (kalkulierten) 3.800,00 DM bis 14.000 DM liegt. Nun kann ein Mitglied ja bis zu sechs Anteile zeichnen. Das gibt also einen rechnerischen Wert von rd 24.000,00 DM bis im Idealfall 84.000,00 DM Vermögen, welches in Bares umgemünzt werden kann. und zwar bereits nach der Umwandlung der Genossenschaft, so jedenfalls der Eindruck den die Rundschreiben seitens der Vorstandsschaft der Taxizentrale hinterlassen.
Nun behaupten Gerüchte, wohlgemerkt Gerüchte, dass es Kollegen gibt, welche bei mehr oder weniger gewagten Geschäften in Südamerika, Tschechei und Deutschland in finanzielle Probleme gerieten. Diese Gerüchte sprechen von missglückten Konzertgrossveranstaltungen, bankrotten Hotelbetrieben oder Spielbankaffären. Manche haben auch schlicht so Engpässe. Ein vollkommen normaler Vorgang. Für diese Kollegen wäre die Möglichkeitt kurzfristig an Bares in stattlicher Menge zu kommen doch ein grosser Anreiz für die Umwandlung.
Auf der Generalversammlung im Juli 1998 allerdings kamen nun ja vor allem die Gefahren der geplanten Umwandlung zu Vorschein und auch die mittelfristigen und vor allem langristigen Kosten für die weiterhin aktiven Kollegen. Diese Risiken und Gefahren und Kosten liesen bereits auf der Generalversammlung das Stimmungsbild deutlich gegen die Umwandlung werden. Und genau da schlug Kollege Benesh, welcher selber nicht mehr aktives Mitglied ist vor, dass man doch einen Teil des Immobilienvermögens der neuen Funk e.G. lassen solle und wenigstens den Rest zur Umwandlung führen. So hätten beide Parteien etwas: Die einen eine neue Funk e.G. mit etwas Immobilienvermögen, die anderen das Vermögen, das durch die Umwandlung erzielbar ist. Er erweckte alleine durch die Art wie er diesen "Kompromis" vortrug den Eindruck: Retten was zu Retten ist. Wenn nun an den Gerüchten wie an allen Gerüchten immer nur ein Körnchen Wahrheit ist, so lässt dieser "Kompromiss"vorschlag die geplante Umwandlung der Genossenschaft doch wieder in dem Licht erscheinen, das bereits der erste Vorschlag zur Umwandlung aufdrängte: Den Versuch, das Vermögen der Genossenschaft in die Hände einiger weniger überzuführen. Und das widerum lässt die hektischen Agitationen und wechselhaften, aber dafür schwammigen Versprechungen, was die genaue Struktur der GmbH &CoKg betrifft in anderem Licht erscheinen. Dann waren die Schwaben eben doch gescheiter und weitsichtiger mit der Ablehnung der Umwandlung, als es die Berliner Kollegen sich jemals hätten vorstellen können.
Alex. Bierig, Taxi 531, Stuttgart, FRG
leserbriefe


le 17.11.98


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