Das Interview

Das nachfolgende Interview entstand als Reaktion auf ein Interview, das im Taxi-Magazin Stuttgart Ausgabe Juni/Juli 1999 abgedruckt wurde. Verantwortlich für den Inhalt des Taxi-Magazins ist laut Impressum Peter Kristan. Interviewt wurde ebenfalls Peter Kristan.
Die Online-Redaktion von 'Micha's Taxi-Homepage' hat daher für ihr erstes Interview Micha als Gesprächspartner gewählt.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder bereits verstorbenen Personen wären selbstverständlich unbeabsichtigt und rein zufällig!

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß dieses Interview keinen Bezug zum oben erwähnten Interview im Taxi-Magazin hat!

ACHTUNG SATIRE!!



Redaktion: Hallo Micha, wir wissen, daß Sie ein vielbeschäftigter und sehr wichtiger Mann sind und sind uns natürlich der Ehre bewußt, daß Sie sich extra für uns noch einen Platz im Terminkalender freigehalten haben. Wir dürfen Sie doch Micha nennen?

Micha: Natürlich, das ist ja auch viel kürzer und spricht sich damit schneller als 'Euer Hochwohlgeboren'. Und Zeit ist bei mir, wie Sie ja eingangs bereits erwähnten, recht knapp. Ich wäre Ihnen also sehr dankbar wenn wir diese Zurschaustellung meiner Person in vier bis fünf Stunden erledigt hätten.

Redaktion: In vier bis fünf Stunden? Sie sagten doch Sie hätten wenig Zeit?

Micha: Aber das gilt doch nicht, wenn ich mich präsentieren kann.

Redaktion: Sie haben bei der letzten Sitzung der Online-Redaktion dieses Interview zur Diskussion angeregt und danach heftig auf dessen Umsetzung gepocht. Was war der Auslöser hierfür?

Micha: Nun, wenn Sie mich so fragen, dann lassen Sie mich wahrheitsgetreu antworten: Ich gehöre zu einer kleinen Minderheit. Keiner mag mich und alle sind böse zu mir. Wenn mich jemand kritisiert, dann tut er das bestimmt nicht, weil er einfach anderer Meinung ist, sondern nur, weil er mich persönlich vernichten will. Aus diesem Grund muß ich der Öffentlichkeit doch einmal darstellen, wie toll ich bin und was ich schon alles geleistet habe.

Redaktion: Wenn ich auf den ersten Punkt Ihrer Ausführung nochmals eingehen darf: Sie sind also kein Freund von geteilten Meinungen?

Micha: Aber selbstverständlich bin ich für geteilte Meinungen. Zumindest solange man meine Meinung teilt.

Redaktion: Sie sind auch ein Gegner der Einführung der Fahrerausweise in Stuttgart?

Micha: Nein, ganz im Gegenteil! Ich bin ein Befürworter der Abschaffung der Fahrerausweise.

Redaktion: Sie sind also dafür?

Micha: Wofür?

Redaktion: Dafür, daß Sie dagegen sind.

Micha: Nun, Sie stellen diese komplexe Situation jetzt natürlich ein wenig einfach dar, aber es trifft die Sache schon im Kern.

Redaktion: Wie wir aus Ihren brillanten Internetberichten wissen, setzen Sie sich selber immer kritisch mit allen Belangen des Taxigewerbes auseinander. Wird man da nicht irgendwann müde?

Micha: Wie bitte? Ich habe gerade nicht zugehört.

Redaktion: Egal.

Micha: Das ist ein gutes Stichwort.

Redaktion: Wofür?

Micha: Das weiß ich noch nicht. Aber ich könnte doch an dieser Stelle noch einmal bringen, daß alle so böse zu mir sind. Das würde das Interview ein wenig strecken und im Endeffekt merkt doch sowieso niemand, daß ich immer nur das gleiche sage.

Redaktion: Sie haben mit 'Micha's Taxi-Homepage' die weltweit beste taxirelevante Internetseite ins Leben gerufen. Wie kommt man auf solch eine geniale Idee?

Micha: Nun, da waren mehrere Personen daran beteiligt. Zuerst natürlich mein Computerhändler, der mir damals einen total überteuerten 486er andrehte. Aber die letzendlich geniale Idee für meine Homepage, die hatte ich schon selber.

Redaktion: Ihr Computerhändler war also an der Internetseite beteiligt?

Micha: Nein, natürlich nicht. Wenn aber 'Micha's Taxi-Homepage' sich zu einem Flop entwickelt hätte, dann hätte ich doch einen Schuldigen gebraucht. Ich selbst mache ja keine Fehler. Also muß man immer jemand in der Hinterhand haben, dem man nachher den schwarzen Peter zuschieben kann.

Redaktion: Gerüchte besagen, Sie wollten sich aus dem Online-Leben zurückziehen.

Micha: Das ist falsch! Natürlich klebe ich nicht an meiner Internetseite, und wenn jemand kommt, der es ganauso gut machen würde wie ich, dann würde ich meinen Posten als größter Online-Redakteur aller Zeiten natürlich gerne räumen. Aber so jemanden gibt es ja nicht, und um die Internetgemeinde vor Schaden zu bewahren werde ich selbstverständlich um 'Micha's Taxi-Homepage' kämpfen.

Redaktion: Wovon sollte die Internetgemeinde Schaden nehmen? Von unseriöser Berichterstattung?

Micha: Ganz genau! Und unseriös ist schließlich jede Berichterstattung, die meinen eigenen Interessen widerspricht.

Redaktion: Ist es wahr, daß Sie selber gar keinen Internetanschluß besitzen?

Micha: Ja!

Redaktion: Aber haben Sie dann nicht schon ein wenig den Bezug zur Realität verloren?

Micha: Nein, schließlich muß ich mich hier um wichtigere Dinge kümmern. Was interessiert mich denn der kleine Onliner, wenn ich mich mit Prominenz aus Politik und Wirtschaft umgeben kann?

Redaktion: Auf welche zukünftigen großartigen Projekte von Ihnen dürfen wir uns heute schon freuen?

Micha: Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß alle immer so böse zu mir sind?

Redaktion: Schon mehrfach! Was bekommen wir in der Zukunft von Ihnen?

Micha: Nichts! Also genau das gleiche wie bisher, aber ich werde es anders verpacken.

Redaktion: Micha, wir danken Ihnen für dieses großartige Interview und wünschen Ihnen und natürlich auch all Ihren weltbewegend großartigen Projekten alles erdenklich Gute.



"Der Fisch stinkt vom Kopf"
Eine "Literaturkritik"

"Du hast es wirklich getan?" Aus den Augen meines Kollegen leuchtet eine Mischung aus Ungläubigkeit und Bewunderung. "Ja", antworte ich. "Aber Du hast es doch schon ewig nicht mehr getan." "Mindestens zwei Jahre!"

Doch, auch wenn es mir mein Kollege nicht geglaubt hat: Ich habe die Ausgabe Juni/Juli 1999 des Stuttgarter Taxi-Magazins von vorne bis hinten durchgelesen. Der Grund hierfür ist ein vollkommen neues Layout, das die Macher dem Taxi-Magazin jetzt mitgegeben haben. Gut sieht es auf den ersten Blick aus. Gut und teuer. Aber nachdem der Unkostenbeitrag der Stuttgarter Kollegen jetzt um DM 487,20 auf DM 3.967,20 pro Jahr und Auto gestiegen ist, scheint unsere Zentrale ja wieder genügend Geld für Hochglanzpublikationen zu haben.
So präsentiert sich das Taxi-Magazin jetzt mit Vierfarbdruck auf dem Deckblatt und in bestem "Auto-Motor-und-Sport"-Format. Gute Voraussetzungen, um nun endlich den alten Mief des "Propagandablättchens", wie es von sehr vielen Kollegen genannt wurde, abzulegen.
Neues Layout - Neue Chance!

Blättert man die erste Seite auf, so erlebt man allerdings gleich eine Enttäuschung: Im Inhaltsverzeichnis befinden sich fünf Bilder, auf dreien davon ist Peter Kristan abgelichtet. Ebenfalls drei Mal erwähnt auf dieser ersten eigentlichen Seite ist sein Name.

Auf Seite 4 dann ein Vorwort - natürlich von Peter Kristan als verantwortlichem Redakteur. Einigen Spitzenfunktionären, die schon länger nicht mehr mit dem Taxi sondern nur noch mit dem Taxigewerbe ihr Geld verdienen, ist, so Kristan im ersten Absatz, "...der Bezug zur Basis ... verlorengegangen."

"Wow", denke ich bei mir. "Jetzt hat er es endlich gemerkt. Dann wird er sich vielleicht zukünftig doch mehr um "seine" Taxifahrer kümmern und endlich mal wieder Gewerbepolitik betreiben, die nicht nur für große Schlagzeilen sorgt, sondern dem Taxifahrer auf der Straße zugute kommt."
Beim Weiterlesen merke ich allerdings, daß Peter Kristan offensichtlich aber doch nichts in dieser Richtung gemerkt hat und mit dem Satz nicht er selber, sondern der BZP-Vorstand gemeint war. Komisch wie leicht manche Leute die eigenen Fehler bei anderen finden und darüber auch noch eine ganze DIN-A-4-Seite lang referieren können, ohne auch nur ein einziges Mal ins Grübeln zu kommen. Aber ich hätte es ja wissen müssen.

Auf das Vorwort folgt ein Interview, das in der Geschichte des Journalismus wohl einmalig ist: Die Redaktion des Taxi-Magazins interviewt den Verantwortlichen des Taxi-Magazins, Peter Kristan. So etwas hat die Welt noch nicht gesehen.
"Naja, so unrecht hat er doch gar nicht," sage ich zu mir. "Da weiß man wenigstens, daß man nur Fragen gestellt bekommt, die man auch beantworten möchte, und daß nachher auch nur das gedruckt wird, was man lesen möchte." (Jetzt auch auf diesen Seiten: Das Interview der Online-Redaktion von Micha's Taxi-Homepage mit Micha!)

Fast fünf Seiten ohne jede Werbeunterbrechung wird PK interviewt, wobei es ihm immer wieder gelingt, von jeder noch so komischen Frage auf den BZP zu kommen und diesen (ob begründet oder nicht sei dahingestellt) madig zu machen. Der BZP versuche ihn "platt zu machen" und in Bezug auf Vorstand und Präsidium zitiert er: "Der Fisch stinkt vom Kopf." Das sind wirklich rhetorische Meisterstücke!

Weiter geht es - wer hätte es geahnt - mit Schelte für den BZP. Es folgt die Rubrik "TVD aktuell" und danach - man glaubt es kaum - eine Seite für Stuttgart: Peter Kristan mit den Herren vom Tiefbauamt bei der Suche nach einer Lösung für unseren Taxiplatz "Eberhard". Schade eigentlich, daß in diesem Bericht schlicht vergessen wurde zu erwähnen, daß bereits die gesamte Vorarbeit für Lösungen an unserem Problemplatz in intensiven und zeitaufwendigen Gesprächen zwischen Tiefbauamt und dem Vorstand Klaus Knupfer erledigt wurde. Wenn es hier zu einer für uns befriedigenden Lösung kommt, dann ist das mit Sicherheit der Verdienst von Klaus Knupfer und von keinem anderen. Will sich hier jemand mit fremden Federn schmücken, oder hat man da etwas "vergessen"?

Nach einem kurzen Ausflug in die Politik landen wir drei Seiten weiter dann wieder in der Rubrik "TVD aktuell", um über einen Streifzug durch Hamburg, Berlin und Leipzig wieder beim BZP anzukommen.

Anschließend folgen wieder ein paar Seiten für Stuttgart, die letztendlich wieder in der Rubrik "TVD aktuell" enden, und nach einem kurzen Ausflug über drei Seiten in die für den Taxifahrer auf der Straße wirklich wichtigen Dinge, kommen wir wieder in der Rubrik "TVD aktuell" heraus.

Spielen wir ein wenig mit Zahlen: 60 Seiten hat das neue Taxi-Magazin, von denen 42 für Informationen zur Verfügung stehen, wenn man Deckblatt, Inhaltsverzeichnis und Werbung abzieht. Auf 21 von diesen 42 Seiten geht es in irgendeiner Form um den TVD. Insgesamt wird im Taxi-Magazin 78 (in Worten: achtundsiebzig) Mal der Name "Peter Kristan" erwähnt. Von den 42 Bildern im Heft, auf denen Personen abgelichtet sind, ist zwölf Mal Peter Kristan zu sehen.

Fazit: Das neue Taxi-Magazin sieht gut aus. Das war aber leider auch schon das gesamte Positive. Wer aufgrund der Aufmachung auf ein informatives und unterhaltsames Fachblatt ala Ventil in München (mit dem es optisch starke Ähnlichkeit hat) hofft wird herb enttäuscht. Hetzkampagnen gegen den BZP und andere Kristangegner halten sich die Waage mit kritiklosen Lobeshymnen auf unseren geschäftsführenden Vorstand und fast schon peinlichen Selbstbeweihräucherungen durch diesen. Das "Fachblatt und Sprachrohr des deutschen Taxi- und Mietwagengewerbes", wie es sich selber hochtrabend nennt, ist im Grunde nur das Sprachrohr eines Einzelnen. Wir empfehlen die Umbenennung von "Taxi-Magazin Stuttgart" in "Kristan-Magazin Deutschland" und ab der nächsten Ausgabe seine Biographie als Fortsetzungsroman.

Naja, wenigstens steht nirgends etwas von "unabhängig und überparteilich".

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Offener Brief an Taxizentrale Aus Taxifahrers Sicht  
Tips/Infos fürs Taxi Schwabengarage sucht Mondeotaxen Oppostionelles

le 13.07.99