Ungeliebter Taxichef erteilt Opposition Lehrstunde
unter umgekehrtem Vorzeichen berichtete einmal die Stuttgarter Presse über eine geplante
Umwandlung der Stuttgarter Taxigenossenschaft in eine Kapitalgesellschaft. Was die
Generalversammlung allerdings mit grosser Mehrheit ablehnte.
Schon damals war erkennbar, dass sehr viele Mitglieder der Stuttgarter Taxigenossenschaft mit
ihrem Vorstand Peter Kristan unzufrieden sind. (wir berichten an mehreren Stallen dazu).
Eine vom Vorstand geplante Umwandlung der Genossenschaft in eine Kapitalgesellschaft
(GmbH & Co.Kg) wurde vom Votum her an bereits an zwei Testabstimmungen auf Generalversammlungen
mit ungenügender Stimmenzahl unterstützt. Es wären aufgrund des komplizierten Konstrukts zwei
Umwandlungsschritte nötig, wobei einmal 75% der anwesenden Genossen und im zweiten Schritt
sogar 90% zustimmen müssten.
In vielen Punkten sind die Vorteile für aktive Taxiunternehmer nicht erkennbar, so dass sich
ein Teil der Taxiunternehmer gegen die geplante Umwandlung wehrt. Da der derzeitige Vorstand
Peter Kristan sich sehr vehement für diese Umwandlung engagierte, verknüpfte sich im
Gedankenbild seine Person mit der GmbH & Co. Kg. Dabei trat unter den Stuttgarter Kollegen
eine Spaltung auf, die anfangs nur aus der Strittigkeit zur Person des Vorstands Peter Kristan
bestand. Im Laufe der Jahre vertiefte sich der Graben, es wurde mit härteren Bandagen
gestritten. Die persönlichen Angriffe beider Parteien wurde unangenehmer, Gerichte wurden
bemüht und die Eskalation der Situation, vorangetrieben durch Artikel im Taximagazin
(vormals "Zentrale an Alle" genannt) Stuttgart, war nicht mehr zu vermeiden. Mittlerweile war
der Keil unter den Stuttgarter Kollegen bereits ein breiter Riss geworden.
So stand die Generalversammlung vom 30. April 1998 von Anbeginn an unter ungünstigen Vorzeichen.
So wurde direkt nach der Eröffnung der Generalversammlung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden
Peter Goehner die Versammlungsleitung an Herrn Gräser, Leiter der Rechtsabteilung vom
Genoverband abgegeben mit der Hoffnung auf eine neutrale Versammlungsführung. Die Spaltung
innerhalb der Genossenschaft war direkt greifbar, optisch auch erkennbar in einer
Wahlvorbereitung mit mehreren Wahlurnen, besetzt mit zwei Wahlhelfern und beschriftet mit den
zulässigen Taxinummern.
Aus Sicht der Opposition, zu der auch ich mich rechnen muss, war die Generalversammlung ein
absolutes Fiakso; ein "schwarzer Freitag" für die Genossenschaft.
Und eine Lehrstunde, wie mit Hilfe der Demokratie und etwas Demagogie die Demokratie
ausgetrickst werden kann und hier wurde. Wie kams? Bereits an anderen Stellen berichtet
benutzt der Vorstandsvorsitzende Peter Kristan seine Drohung eines Rücktrittes als
Machtinstrument um vom Aufsichtsrat der Taxi-Auto-Zentrale Zugeständnisse abzuringen. Durch
die Wahl von Peter Goehner in den Aufsichtsrat wurde der Aufsichtsrat in seinem Verhaltenmuster
geändert. Das verschärfte die Spannungen innerhalb der Führung der Genossenschaft, machte diese
aber auch wieder transparenter und die Streitigkeiten um die Zukunft der Genossenschaft wurden
erheblich verschärft. Als der Vorstandsvorsitzende Peter Kristan wieder einmal eine
formaljuristisch rechtsgültige Kündigung und Rücktritt dem Aufsichtsratsvorsitzenden abgab,
tat er das unter so ungünstigen Vorraussetzungen, dass die Kündigung sofort einer breiten Basis
bekannt wurde. Sie wurde auch bei taxi-stuttgart.de sofort veröffentlicht. Somit war Peter
Kristan gezwungen hoch zu pokern (wie es die Lokalpresse nannte). Die Kündigung und der damit
verbundene Rücktritt von Peter Kristan vom Vorstand der Genossenschaft (was Peter Kristan nicht
beabsichtigt hatte) musste die Genossenschaft die Generalversammlung in den April vorziehen.
Das Thema in dieser Generalversammlung lag unter der Tagesordnung versteckt. Auch wenn viele es
nicht wahrhaben wollen, so ist unter den Stuttgarter Taxifahrern die Person Peter Kristans mit
der Umwandlung der Genossenschaft in eine GmbH&CoKG verknüpft. So war der Machtkampf der auf der
Generalversammlung ausgefochten wurde nicht nur einer zwischen Peter Kristan und seinen Kritikern
sondern auch einer zwischen der Genossenschaft und der GmbH.
Unmittelbar nach der Eröffnung der Generalversammlung mit der üblichen dreiviertelstündigen
Verspätung war bereits zu erkennen, dass Peter Kristan aus diesem Machtkampf als der Sieger
hervorgehen würde. Nur wie stark, das war anfangs nicht erkennbar. Gelernt aus dem Vorgehen
seiner Kritiker hatte Peter Kristan jedenfalls. Für Peter Kristan wurden 90 Vollmachten von
meist passiven Mitgliedern gesammelt. (Gerüchte sprechen dabei davon dass Peter Kristan die
Blankovollmachten von seinen Mitarbeitern hatte sammeln lassen indem diese die entsprechenden
Mitglieder anriefen - )die Kritiker dagegen konnten nicht auf die Informationen der Taxizentrale
zurückgreifen und sammelten in vielen Einzelgesprächen am Taxiplatz nur 27 Vollmachten. So waren
zum Beginn der Generalversammlung 245 Mitglieder anwesend und durch Vollmachten hatten sich 127
vertreten lassen. Damit waren von 548 möglichen Stimmen doch erstaunliche 372 (ein für
Stuttgarter Taxifahrer aussergwöhnlich hoher Anteil) Stimmen anwesend. Endgültig gegen jegliche
Demokratie aber war die gezielte Störung der Befürworter die für den Erhalt der Genossenschaft
sprachen. Daneben herrschte Ruhe wenn die Verfechter der GmbH sprachen. Derartige massive
Störungen einer Versammlung geschahen in Deutschland zuletzt vor rd. 70 Jahren - mit all den
schrecklichen Erlebnissen, welcher der damalige Niedergang der Demokratie hin zur Diktatur mit
sich brachte. Der Versammlungsleiter war trotz mehrmaliger Bitte nach Abschaffung der Misstände
nicht in der Lage diese demagogische Vorgehensweise zu verhindern.
Der Beginn der Genralversammlung begann sofort mit einem Tumult, als Peter Goehner die
Tagungsordnung in der Reihenfolge der Punkte geändert haben wollte (der Aufsichtsrat hatte die
Tagungsordnung entgegen aller Gesetze unter Ausschluss seines Vorsitzenden festgelegt - aber
das interessierte die Störer und Schreier nicht). Peter Kristan benötigte anschliessend sehr
lange für seinen Bericht, der mehr Ereignisse und Geschäfte aus der Vergangenheit vorlegte als
in einen aktuellen Geschäftsbericht. Der Aufsichtsratsvorsitzende hielt sich dagegen mit seinem
Bericht kurz und kanpp. Herr Lehnert vom GENO-Verband verlas seinen Prüfungsbericht wörtlich und
unkommentiert. Die Schulden der Genossenschaft beliefen sich 1997 auf ca 2.310.000,00 DM, darin
enthalten sind aber Schulden aus Rechnungsfahrten von ca. 1.010.000,00 DM. Dem gegenüber stehen
dafür Forderungen aus Rechnungsfahrten von rd. 1.205.000,00 DM sowie ein Gesamtguthaben von rd.
1.600.000,00 DM.
Die Generalversammlung legte dann den Bilanzgewinn von 41.000,00 DM in die Rücklagen.
Mit Sicherheit einmalig bei Genossenschaftsversammlungen ist das vom Vorstand vorgebrachte
(und in der Tagesordnung verankerte) Begehren die Aufsichträte, insbesondere Peter Goehner und
Karl-Heinz Schmid einzeln zu entlasten. Zur Überraschung von Peter Kristan stimmten bei Peter
Goehner 208 zu 156 (57%) für die Entlasung und bei Karl-Heinz Schmid immerhin 197 zu 167 (54%).
Die Entlastung aller Vorstände erfolgte an en Block: Gegen die Entlastung stimmten nur 24
Mitglieder. Genauso aussergewöhnlich war, dass erst das Aufsichtsratsgremium gewählt wurde,
wobei Peter Kristan seine Kandidatur von einem ihm genehmen Aufsichtsrat abhängig machte.
Nachdem Peter Kristan vor einigen Jahren in einer turbulenten Genralversammlung der Aufsichtsrat
von neun auf sieben Mitglieder verringerte wollte er ihn jetzt wieder auf neun (ihm genehme)
Mitglieder erweitern. Die Abstimmung dafür war erstaunlich knapp: 173 zu 151 Unterstützende.
Er lies auch sofort seine Wunschkandidaten präsentieren. Aufgrund der Vollmachten gelang es
Peter Kristan alle seine Kandidaten in den Aufsichtsrat wählen zu lassen, während seine Wahl
zum Vorstand gegen seinen Widersacher Willi Schopf trotz der massiven Wahlstörung durch die
Schreier gegen die Kritiker Kristans deutlich knapp blieb. Nach dem Motto " in der Ruhe liegt
die Kraft" ging als klarer Sieger der Vorstandswahl Dietmar Plag, der aber nicht zum
Vorstandsvorsitzenden kandidierte, hervor. Die Ergebnisse im einzelnen:
| Aufsichtsrat | | Vorstand | |
| Schübel, Wolfgang | 174(*)(**) | Plag | 230(*) |
| Wohlgemut | 208(*) | Kristan | 208(*) |
| Karl, Rudi | 196(*) | Schopf | 170 |
| Schmid | 160 | Knupfer | nicht zur Wahl |
| Hörmann | 137 | | |
| Hönig | 122(**) | | |
| Kienle | 186(*)(*+*) | | |
| Bayer | 123 | | |
| (**) vormals zurück-getreten wegen Kristan | (*+*)vormals nicht mehr kandidiert wegen Kristan | (*) ins Gremium gewählt | |
Peter Goehner trat nach der Wahl der Vorstands als Aufsichtsrat zurück.
Stimmzettel durften nur an den Urnen abgegeben werden, welche einem Mitglied über seine
Taxinummer zustand - auch wurde kontrolliert wieviel Stimmkarten man abgab. Ein Wunder, dass
man keinen Stempel "hat gewählt" aufgedruckt bekam. Durch die hypergenaue Kontrolle der
Wahlvorgänge ging sehr viel Zeit verloren, so dass erst sehr spät am Abend das Kind des
Kollegen Peter Kristan, die GmbH (1) zur Diskussion mit den extra geladenen Anwälten und
Umwandlungsspezialisten kam. Ein dabei parallel verlaufene extra per Stimmkarte gemachtes
Stimmungsbild, wer dafür ist, dass die Idee der Umwandlung weiterverfolgt wird, erbrachte
223:113 (gerade mal 50,67%) Stimmen Unterstützung seitens der anwesenden Mitglieder. Ein aktives
Mitglied kann meines Erachtens diese Idee auch nicht unterstützen - lesen Sie dazu auch
die Story vom trojanischen Pferd bei
der Taxigenossenschaft Stuttgart (Michael P. Feucht)..
Die Generalversammlung brachte dann aber dennoch einiges an interesanten Überraschungen zu Tage:
- so ist die Kapazität der Funkvermittlung um ein Vielfaches zu hoch - es wurde nur geklotzt.
- Die Genossenschaft hat eine extrem gute Eigenkapitaldecke von rd 55% der Bilanzsumme (ca. 7.Mio DM)
- Es wird eine UKB-Erhöhung von 12,00DM/Monat nötig werden.
Die Diskussionen um die Wahlen und auch die Wahlen selbst sowie die anfangs gebrachten Berichte zur Lage der Genossenschaft und die Geschäfts/- und Prüfungsberichte hatten die Kollegen doch sehr ermüdet - so waren doch viele wie ein Grossteil der Presse bereits gegangen. Abstimmungen und die nötige Kontrolle der noch gültigen Vollmachten hätten doch erheblich Zeit beansprucht. So rangen sich die verbleibenden Kollegen dazu durch, die laufende Generalversammlung zu unterbrechen und später bei der Satzungsänderung seitens des Aufsichtsrats zur Übertragbarkeit der Geschäftsanteile und somit dem Erhalt der Genossenschaft fortzuführen. Die Fortsetzung der unterbrochenen Generalversammlung ist am 1. Juli 1998 in der Sängerhalle in Untertürkheim
Alex. Bierig, Taxi 531
DieOrdentliche Generalversammlung
der Taxi-Auto-Zentrale e.G. begann am 30. April 1998.
Fortsetzungstermin war 1. Juli 1998; 14:00 Uhr in der Sängerhalle in Untertürkheim
Fortsetzung der Generalversammlung am 1. Juli 1998
Die Generalversammlung begann in der Sängerhalle überraschend pünktlich und mit erwartungsgemäss sehr wenig anwesenden Mitgliedern. Es kamen nur 85 Mitglieder, die allerdings 67 Vollmachten mitbrachten, so dass doch 159 Stimmen anwesend waren, welche den immerhin noch wichtigen Rest der am 30. April unterbrochenen Generalversammlung bestimmten.
Zum Diskussionsleiter wurde wieder Herr Grässer, Leiter der Rechtsabteilung des GENO-Verbandes bestimmt. Herr Munz wurde als Wahlhelfer abgelehnt, da er Mitarbeiter der Taxizentrale ist.
Der Rechtsanwalt Herr Wiedemann erklärte nochmals die Umwandlungsschritte sowie die Kostenrechnung wenn die Taxi-Genossenschaft in eine Immobilien GmbH & CoKG und Taxifunk eG gesplittet (Umwandlung) wird. Die Zahlen waren erneut nicht neu für die interessierten Kollegen (siehe Leserbrief Bernd Hörmann dazu) - seien es nun Befürworter oder Gegner der Umwandlung. Die Schritte im Groben:
- Die Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart e.G. wird gesplittet in eine (neue!) Taxi e.G. und eine Grundbseitz e.G. Dazu sind in einer ausserordentlichen Generalversammlung 75% der Stimmen nötig. Sollte ein Mitglied nicht mitmachen wollen bei der Splittung, so kann er eine sogenannte "Auseinandersetzung" anstreben; er erhält dann nur seinen Genossenschaftsanteil erstattet.
- Die Grundbesitz e.G. wird gewandelt in eine Grundbesitz GmbH. Hierzu sind auf der Generalversammlung gar 90% der Stimmen nötig. Sollten diese nicht erreicht werden, so ist das keine Katastrophe, es existieren dann eben zwei Genossenschaften nebeneinander. Bei einer "Auseinandersetzung" erhält das nicht mitziehende Mitglied jetzt aber eine Barabfindung in Höhe des Verkehrswertes seines Anteiles.
- Direkt nachdem die Grundbesitz GmbH entstand wird diese zur Grundbesitz GmbH & Co KG gewandelt. Es gibt keine Möglichkeit zur "Auseinandersetzung".
- Die "alten" Mitglieder (also die Genossen der Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart e.G.) sind danch Komanditisten bei der GmbH & CoKG und auch Mitglieder der neuen Taxi-Funk e.G. Laut Vorstand Kristand müssen allerdings auch die "Alt-"Mitglieder hier ein Eintrittsgeld erneut bezahlen.
Derzeit gibt es 548 (am 1. Juli 1998) aktive Mitglieder, welche alle die Möglichkeit haben auf maximal sechs Genossenschaftsanteil hochzuzeichnen (der entsprechende Antrag des Vorstands Peter Kristan ging durch). Damit gibt es neckische Zahlenspiele was geschieht wenn wieviele Mitglieder auf sechs Anteile zeichnen. Derzeit können die 548 Mitglieder maximal 2.615 Anteile zeichnen. Also wieviel der Anteil bei einem geschätzen(!) Vermögen von 10.000.000,00 DM (zehn Millionen Mark) wert sein wird:
| 100% | Anteile werden gezeichnet | - 3.836,00 DM |
| 75% | Anteile werden gezeichnet | - 4.782,00 DM |
| 50% | Anteile werden gezeichnet | - 6.673,00 DM |
| 25% | Anteile werden gezeichnet | - 12.346,00 DM |
| 0% | Anteile werden gezeichnet | - 14.858,00 DM |
Nicht berücksichtig ist dabei die Tatsache, dass 156 Gestattungsnehmer in einem befristeten Zeitraum Mitglied werden können und dann selbstverständlich auch auf sechs Anteile zeichnen können: damit wird jeder Immobilienanteil nochmals weniger wert. (Vergl dazu Markus Kukrals Flugblatt). Absolut unwägbar bleiben allerdings die Auswirkungen für das Mitglied im einzelnen: Der nötige Gesellschaftervertrag ist nach wie vor offen und unbekannt. Bei allen Fragen kam die stereotype Antwort: "Das kann man im Gesellschaftervertrag regeln." Dies gilt auch für die zukünftigen Kontrollorgane der Gmbh & CoKG. Was lediglich versprochen wurde, war dass die Funk e.G. langfristige Mietverträge erhalten soll - man sprach dabei von 10-20 Jahren.
Unklar ist auch, wie die "Andienungspflicht" der Funk e.G oder Grundstücks GmbH & CoKG sein wird (also die Rückkaufsverpflichtung von Anteilen, die keinen Käufer auf dem freien Markt finden), auch ab wann die Anteile verkäuflich sein werden oder ab wann die GmbH & CoKG Gewinne erwirtschaften will.
Interessant ist auch, dass dies nicht kostenlos zu haben sein wird:
Die Umwandlung wird an Steuern und Anwaltskosten rd 500.000,00 DM kosten.
Und das kostets dann
MINDESTENS!!!
| UKB-erhöhung | +69,00 DM | (Minimum evtl auch mehr) |
| Erstattung | -26,00 DM | (erhofft, evtl auch weniger, fliessend erst in einigen Jahren) |
| Saldo | +43,00 DM | Kosten pro Taxi und Monat! |
| "sowieso" UKB-erhöhung | -12,00 DM | (Andere Zahlen versprechen Senkung von 25.00DM) |
| also effektives Netto | +31,00 DM | das ist das absolute Minimum! |
Allerdings stört das die Befürworter der Umwandlung nicht. Kollege Beneshs Vorschlag zur Umwandlung lies die Gründe in vollkommen neuem Licht erscheinen. Siehe dazu:
Umwandlung doch nur um ans Vermögen zu kommen?
In der folgenden Diskussion gab Herr Meile vom GENO-Verband zu bedenken, dass
- neue eG kein Vermögen hat: Kredite, hohe Eintrittsgelder und hohe Umlagen sind die Folge.
- Nettobelastung MINIMUM 40,00 DM/Monat pro Taxikonzession an UKB
- GmbH geht zu Lasten der aktiven Mitglieder
- Anteile sind auf MINDESTENS 10 Jahre schlecht verkäuflich
Noch deutlichere Worte fand Herr Lehner vom GENO-verband (Prüfer). Er hielt eine flammende Rede zugunsten der bestehenden Genossenschaft - sehr zum Erstaunen von Peter Kristan, der bisher davon ausging, dass Herr Lehner das Modell der Umwandlung zumindest billigt. Die EG-Anteile seien KEINE Kapitalanlage, sondern ein Obulus, ein Beitrag an eine Firma zum Vorteil des Einzelnen. Weiterhin senkt eine Ausschüttung der eG die Körperschaftssteuer von 45% auf 30% - diese 30% verrechnet die Dividende dazu noch mit dem persönlichen (bei den meisten Kollegen sehr niedrigen) Steuersatz. Wenn man schon den egoistischen Ansatz der KG nehme, warum dann nicht die Umwandlungskosten sparen und das Vermögen der eG direkt verkaufen und die eG auflösen?
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Der Antrag auf Satzungsänderung
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- zur befristeten Aufnahme der Gestattungsnehmer,wonach Gestattungsnehmer bis 30. Oktober 1998 einen Antrag auf Aufnahme gestellt haben müssen um bis spätestens 31. Dezember 1998 zu einem ermässigten Eintrittsgeld in die Genossenschaft eintreten zu können wurde bei 148 abgegebenen Stimmen mit 107 Ja- zu 47 Neinstimmen angenommen.
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- wonach ein Genosse jetzt sechs Geschäftsanteile anstatt bisher nur fünf haben kann und die Festlegung des Eintrittsgeldes auf 9.000,00 DM wurd mit 115 Ja- und 34 Neinstimmen angenommen.
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- von P.Goehner, wonach das Geschäftsguthaben auf einen Dritten bei einem ermässigtem Eintrittsgeld von 3.000,00 DM in die Genossenschaft übertragen werden können soll, wurde bei 64 Ja- zu 81 Neinstimmen abgelehnt.
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| | Immer wieder wird auf den "bösen" Taxifahrern rumgehackt, die in der Anonymität abtauchen würden, nachdem sie unhöflich, unfreundlich, rülpelhaft oder gar schlimmeres waren. Entsprechende Kontrollen seien zwecklos. (Anmerkung: Gute Ansätze zu wirksamen Kontrollen gegen die vereinzelten schwarzen Schafe werden nicht vollendet, da die Umsetzung sehr fragwürdig ist. Siehe Bericht bei "Klatsch und Tratsch" über "Manche sind gleicher" und den Leserbrief "der gläserne Taxifahrer"). Eine Änderung der Betriebsordnung ist immer eine Satzungsänderung, da die Betriebsordnung Bestandteil der Satzung ist.
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- wonach Taxifahrer/innen, sortiert nach Unternehmer oder Fahrer sowie Mitglied oder Nichtmitglied ein Lichtbildausweis zusammen mit weiteren persönlichen Daten im Fahrzeug anzubringen haben, wurde mit 117 Ja- zu 33 Neinstimmen angenommen.
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Insgesamt verlief die Generalversammlung sehr ruhig und harmonisch, vor allem nachdem man die üblichen Störer aus dem Lager der Umwandlungsanhänger ruhiggestellt hatte. Beindruckend war, dass sehr wenig Kollegen an der Versammlung teilnahmen. So kamen nur die Kollegen, welche stark an den Geschicken der Gnossenschaft interessiert sind oder eben diejenigen, welche sich durch die Umwandlung eine Finanzspritze erhofften.
Gegen 19:00 Uhr wurde die Generlaversammlung dann beendet.
Alex. Bierig, Taxi 531, Stuttgart, FRG
Umwandlung der Genossenschaft - nur um ans Genossenschaftsvermögen zu kommen?
In den letzten Jahren erhitze im Stuttgarter Taxigewerbe vor allem ein Thema die die Gemüter sehr stark: Die geplante Umwandlung der Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart e.G. in eine GmbH & CoKg.
Die Gründe, welche genannt wurden sind vor allem:
- Sicherung des Vermögens der Genossenschaft für die Mitglieder.
- Beteiligung der Genossen am Genossenschaftsvermögen
- Die Beteiligung als hochverzinste Kapitalanlage.
- Die Beteiligung als Spekulationsobjekt
Gerade die beiden letztgenannten erwiesen sich bei der Generalversammlung vom 1.Juli 98 als Luftblase. Bleibt die Sicherung des Vermögens. Wovor muss das Vermögen gesichert werden? Welche Aktionen hat die Vorstandschaft, genauer Peter Kristan denn vor, wenn er das Vermögen sichern muss? Da man dem Vorstand Peter Kristan allerdings nicht Böses unterstellen will bleibt diese Frage offen. Ausser, dass verhindert werden soll, dass die Genossenschaft langsam aber sicher in die Kontrolle von Ausländern gerät. Anderseits - was spricht dagegen, wenn die überwiegende Mehrheit der Taxiunternehmer und Taxifahrer Stuttgarts mittlerweile gestellt wird von nichtdeutschen Nationen?
Bleibt als letztes nachvollziehbares Motiv die Beteiligung der Kollegen am Genossenschaftsvermögen. Genauer: Jeder Kollege hat mindestens einen Anteil, welcher durch den Immobilienwert irgendwo zwischen derzeit (kalkulierten) 3.800,00 DM bis 14.000 DM liegt. Nun kann ein Mitglied ja bis zu sechs Anteile zeichnen. Das gibt also einen rechnerischen Wert von rd 24.000,00 DM bis im Idealfall 84.000,00 DM Vermögen, welches in Bares umgemünzt werden kann. und zwar bereits nach der Umwandlung der Genossenschaft, so jedenfalls der Eindruck den die Rundschreiben seitens der Vorstandsschaft der Taxizentrale hinterlassen.
Nun behaupten Gerüchte, wohlgemerkt Gerüchte, dass es Kollegen gibt, welche bei mehr oder weniger gewagten Geschäften in Südamerika, Tschechei und Deutschland in finanzielle Probleme gerieten. Diese Gerüchte sprechen von missglückten Konzertgrossveranstaltungen, bankrotten Hotelbetrieben oder Spielbankaffären. Manche haben auch schlicht so Engpässe. Ein vollkommen normaler Vorgang. Für diese Kollegen wäre die Möglichkeitt kurzfristig an Bares in stattlicher Menge zu kommen doch ein grosser Anreiz für die Umwandlung.
Auf der Generalversammlung im Juli 1998 allerdings kamen nun ja vor allem die Gefahren der geplanten Umwandlung zu Vorschein und auch die mittelfristigen und vor allem langristigen Kosten für die weiterhin aktiven Kollegen. Diese Risiken und Gefahren und Kosten liesen bereits auf der Generalversammlung das Stimmungsbild deutlich gegen die Umwandlung werden. Und genau da schlug Kollege Benesh, welcher selber nicht mehr aktives Mitglied ist vor, dass man doch einen Teil des Immobilienvermögens der neuen Funk e.G. lassen solle und wenigstens den Rest zur Umwandlung führen. So hätten beide Parteien etwas: Die einen eine neue Funk e.G. mit etwas Immobilienvermögen, die anderen das Vermögen, das durch die Umwandlung erzielbar ist. Er erweckte alleine durch die Art wie er diesen "Kompromis" vortrug den Eindruck: Retten was zu Retten ist. Wenn nun an den Gerüchten wie an allen Gerüchten immer nur ein Körnchen Wahrheit ist, so lässt dieser "Kompromiss"vorschlag die geplante Umwandlung der Genossenschaft doch wieder in dem Licht erscheinen, das bereits der erste Vorschlag zur Umwandlung aufdrängte: Den Versuch, das Vermögen der Genossenschaft in die Hände einiger weniger überzuführen. Und das widerum lässt die hektischen Agitationen und wechselhaften, aber dafür schwammigen Versprechungen, was die genaue Struktur der GmbH &CoKg betrifft in anderem Licht erscheinen. Dann waren die Schwaben eben doch gescheiter und weitsichtiger mit der Ablehnung der Umwandlung, als es die Berliner Kollegen sich jemals hätten vorstellen können.
Alex. Bierig, Taxi 531, Stuttgart, FRG
le 19.12.98